Hund war nicht angeleint

Der Kläger war mit seinem Hund – einem Dalmatiner – im Park unterwegs. Der Hund war nicht angeleint. Der Beklagte joggte in dem Park, als der Hund zähnefletschend auf ihn zu galoppierte. Der Beklagte fühlte sich bedroht. Um den Hund abzuwehren, setze er Pfefferspray ein, das zugleich einen sog. Schrillalarm auslöste. Durch einen Schrillalarm wird ein Notsignal mit ca. 110 db erzeugt. Der Alarm wirkte; der Hund entfernte sich.

Der Kläger verlangt Schmerzensgeld für angeblich erlittenes Lärmtrauma mit anschließendem Tinnitus. Er meint, der Beklagte habe ohne Anlass das Pfefferspray in Richtung des Hundes gesprüht und den Alarm ausgelöst.

Zulässige Notwehr

Die Klage auf Schmerzensgeld hatte keinen Erfolg. Das Gericht ließ dahingestellt, ob ein Schrillalarm überhaupt geeignet sei, ein Lärmtrauma und in der Folge einen Tinnitus auszulösen. Entscheidend sei vielmehr, dass ein Mensch, der sich mit Hunden nicht auskennt oder sogar Angst vor Hunden hat, bei einer Entfernung des Hundes von noch 1-1,5 Metern einen Schrillalarm auslösen darf. Ihm sei nicht zuzumuten abzuwarten, bis der Hund zugebissen habe. Der Kläger habe in einem öffentlichen Park mit solchen Personen zu rechnen, die das Verhalten eines Hundes nicht abschätzen können.

(AG Augsburg, Urteil v. 7.12.2018, 18 C 920/18)

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