Rz. 117

Die übliche Vergütung des Anwalts nach Abs. 1 S. 2 darf bei der Beratung oder Begutachtung für einen Verbraucher jeweils höchstens 250 EUR betragen. Die Formulierung "höchstens" verdeutlicht, dass die Vergütung im Einzelfall auch unter der gesetzlich normierten Kappungsgrenze liegen kann. Es handelt sich nicht um eine Festgebühr.[155] Abs. 1 S. 3, 2. Hs. verweist insoweit ausdrücklich auf § 14 Abs. 1. Der Anwalt hat sich mithin bei der Bestimmung der Gebührenhöhe von bis zu 250 EUR an den einschlägigen Bemessungskriterien zu orientieren und eine Einzelfallbestimmung zu treffen (siehe § 14 Rdn 21 ff.).

 

Rz. 118

Wird der Anwalt von mehreren Auftraggebern mandatiert, erhöht sich die Kappungsgrenze für jeden weiteren Auftraggeber um 30 %. Dieser für die Erstberatungsgebühr entwickelte Grundsatz (siehe Rdn 121) muss auch für die Kappungsgrenze bei beratender und gutachtlicher Tätigkeit nach Abs. 1 S. 3 gelten. Für eine unterschiedliche Behandlung beider Kappungsgrenzen existiert kein sachlicher Grund.[156] VV 1008 findet daher entsprechende Anwendung.

 

Rz. 119

Tabellarisch lässt sich die Erhöhung der Kappungsgrenzen wie folgt darstellen:

 
Auftraggeber Höchstbetrag Auftraggeber Höchstbetrag
1 250 EUR 5 550 EUR
2 325 EUR 6 625 EUR
3 400 EUR 7 700 EUR
4 475 EUR ab 8 750 EUR
[155] Hansens/Braun/Schneider, Teil 8 Rn 80.
[156] So auch Mayer/Kroiß/Teubel/Winkler, § 34 Rn 103 ff.; Hansens/Braun/Schneider, Teil 8 Rn 81; Hartung/Römermann/Schons, § 34 Rn 95; Kilian, BB 2006, 1509, 1513; a.A. Gerold/Schmidt/Müller-Rabe, VV 1008 Rn 13 ff.

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