Prütting/Wegen/Weinreich, B... / III. Vorrangige Regelungen.
 

Rn 6

Gemäß Art 3 Nr 2 ggü dem Deliktsstatut vorrangige Staatsverträge spielen eine geringe Rolle. Wichtiger ist die ROM II-VO, die nach Art 3 Nr 1 lit a innerhalb ihres Anwendungsbereichs vorgeht. Zu relevantem Einheitsrecht s im Zusammenhang mit den einzelnen Verweisungen.

 

Rn 7

Spezielle Anknüpfungsregeln finden sich im Kartell- und Insolvenzrecht. Vorrangig ggü Art 40 I ist die einseitige Anknüpfungsregel zugunsten des deutschen Rechts für Wettbewerbsbeschränkungen, die sich im Inland auswirken, in § 185 II GWB (der teilw, aber nicht vollständig in Art 6 III ROM II aufgeht, s Art 6 ROM II Rn 3). Da die Rechtsfolgen von Verstößen gegen europäisches Kartellrecht vom GWB (insb von § 33a GWB) erfasst sind, gilt auch insoweit § 185 II GWB (Bulst EWS 04, 403, 408 – zu § 130 GWB aF); für das Verhältnis zwischen EG-Kartellrecht und Kartellrecht von Drittstaaten wird Art 101 AEUV als einseitige Kollisionsnorm iSd Auswirkungsprinzips interpretiert (EuGH Slg 88, 5193 Rz 11 ff zu Art 85 EGV). – Im Insolvenzrecht ist im Verhältnis zu Staaten der EU mit Ausn Dänemarks in Bezug auf die Anfechtbarkeit von Rechtshandlungen gem Art 4 II lit m EuInsVO (VO 1346/2000/EG, ABl 2000, L 160/1; 2005, L 100/1), iÜ gem § 339 InsO idR an das Recht des Staates der Verfahrenseröffnung anzuknüpfen (dazu insb Liersch NZI 03, 302, 305); diese Regelungen gehen Art 40 vor.

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