Prütting/Wegen/Weinreich, B... / 1. Umfang der Vertretungsmacht
 

Rn 4

Anders als bei Personenhandelsgesellschaften (§ 126 HGB) kann der Umfang der Vertretungsmacht wie auch die Geschäftsführungsbefugnis durch den Gesellschaftsvertrag frei gestaltet werden (BGH NJW 99, 3483 [BGH 27.09.1999 - II ZR 371/98]; 62, 2344 [BGH 20.09.1962 - II ZR 209/61]). Ebenso wenig wie die Geschäftsführungsbefugnis bezieht sich auch die Vertretungsmacht weder auf Grundlagengeschäfte (dazu § 709 Rn 2) noch auf Handlungen jenseits des Gesellschaftszwecks (MüKo/Schäfer § 714 Rz 25). Gesamtvertretungsberechtigte Geschäftsführer können für einzelne Maßnahmen, nicht aber generell (BGH ZIP 86, 501, 503), einen von ihnen zur Einzelvertretung ermächtigen. Auch bei Gesamtvertretung ist jeder Geschäftsführer zur Entgegennahme von Willenserklärungen berechtigt (BGH NJW 74, 1194 [BGH 14.02.1974 - II ZB 6/73]) und genügt für die Zurechnung nach § 166 die Kenntnis nur eines Gesamtvertreters (BGH NJW 99, 284 [BGH 12.11.1998 - IX ZR 145/98]). Die Vertretungsmacht umfasst auch die Geltendmachung von Sozialansprüchen gegen Gesellschafter (vgl auch zur actio pro socio § 705 Rn 28) und die Vertretung im Prozess (BGH NJW-RR 04, 275, 276 [BGH 23.10.2003 - IX ZR 324/01]).

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