Prütting/Wegen/Weinreich, B... / B. Voraussetzungen.
 

Rn 2

Maßgebend für die Berechtigung oder Nichtberechtigung ist der Wille des Geschäftsführers im Zeitpunkt des Beginns der Ausführungshandlung. Das objektive Interesse ist grds nicht relevant. Es erlangt allenfalls Bedeutung, falls der mutmaßliche Wille, mangels Vorliegens eines wirklichen (äußerlich in Erscheinung tretenden) Willens, zu ermitteln ist (MüKo/Schäfer § 678 Rz 9). Der Widerspruch zum Willen kann sich nicht nur aus der Übernahme des Geschäfts als solches, sondern auch aus der Art und Weise der Übernahme, dem Zeitpunkt oder der Person des Geschäftsführers ergeben (MüKo/Schäfer § 678 Rz 7). Kein Widerspruch zum Willen kann auftreten, wenn es auf den Willen nicht ankommt. Daher liegt die Voraussetzung in den Fällen des § 679 und bei Genehmigung nach § 684 2 nicht vor (BGHZ 128, 210).

 

Rn 3

Der Geschäftsführer muss die gegen den Willen gerichtete und damit unberechtigte Übernahme der Geschäftsführung zu vertreten haben. Nach § 678 ist Erkennbarkeit erforderlich, die Vorsatz und Fahrlässigkeit iSd § 276 umfasst (§ 122). Dabei sind alle Umstände zu berücksichtigen, insb das objektive Interesse des Geschäftsherrn. Die Haftungsmilderung bei drohender dringender Gefahr ist zu beachten (§ 680).

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