Prütting/Wegen/Weinreich, B... / D. Haftung
 

Rn 14

Auftraggeber und Beauftragte haften bei Pflichtverletzungen verschuldensabhängig für einen kausalen Schaden (§ 280 I). Der Umfang der Verpflichtung bestimmt sich nach den Umständen des Einzelfalles (BGH NJW 13, 2588 [BGH 10.04.2013 - IV ZR 38/12], zur Reichweite einer Verpflichtung Namensänderungen zur Ausführung des Auftrags in Erfahrung zu bringen; OLG München DS 14, 218, zur Sorgfaltspflicht bei unentgeltlichen Begutachtungen). Haftungsmaßstab ist § 276 I; danach reicht einfache Fahrlässigkeit aus (BGHZ 30, 40). Eine Herabsetzung des Haftungsmaßstabs für den Beauftragten auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit kommt nicht in Betracht (Köln VersR 04, 189 [OLG Köln 30.04.2002 - 22 U 217/01]). Die Unentgeltlichkeit der Leistung allein rechtfertigt eine Herabsetzung nicht (Sachsen-Anhalt OLGR 04, 162). §§ 521, 599, 690 sind aufgrund der unterschiedlichen Interessenlage auf den Auftrag nicht entspr anwendbar. Ausnahmsweise kann sich eine Haftungsbegrenzung aus der Vereinbarung zwischen den Parteien (Frankf NJW 98, 1232 [OLG Frankfurt am Main 18.11.1997 - 17 U 193/96]) oder der besonderen Situation des Auftrags (entspr § 680) ergeben. Ein allgemeiner stillschweigender Ausschluss wäre dagegen reine Fiktion ohne eine gesetzliche Grundlage (Hamm VersR 02, 705 [OLG Hamm 07.11.2000 - 29 U 47/00]). Bei Verschulden von Gehilfen ist § 278 anwendbar (§ 664 3). Zum Ausgleich von zufälligen Schäden beim Beauftragten und Haftungsschäden ggü Dritten s § 670 Rn 6 ff.

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