Rn 15

IRd §§ 200, 202 sind individualvertraglich abweichende Vereinbarungen zum Fristbeginn (BGH NJW-RR 04, 954 [BGH 15.04.2004 - VII ZR 397/02]), zur Frist selbst (Verlängerung oder Verkürzung) und zur Hemmung möglich. Für AGB des Unternehmers sind die sich aus § 309 Nr 7a, b und § 309 Nr 8b ff (auch bei nur mittelbaren Verkürzungen, s BGHZ 209, 128 = BauR 16, 1013) ergebenden Grenzen zu beachten; eine Verkürzung der Verjährungsfrist des I Nr 2 auf zwei Jahre ist darüber hinaus auch nach § 307 unwirksam (vgl BGH NZBau 14, 47 [BGH 10.10.2013 - VII ZR 19/12]). Eine Fristverlängerung ist grds zulässig; sie kann insbes verbunden sein mit einer unselbstständigen Garantie, mit der der Unternehmer über den Gewährleistungszeitraum hinaus die Gewähr für eine bestimmte Beschaffenheit oder bestimmte Eigenschaften des Werkes übernimmt (zur Garantie: § 639 Rn 5 ff). Bei Bauwerken soll eine Fristverlängerung nur bei Vorliegen eines besonderen Interesses des Bestellers zulässig sein (BGH BGHZ 132, 383 = BauR 96, 707; Flachdach 10 Jahre + 1 Monat in AGB, vgl zur VOB/B jedoch Rn 17). Bei Unwirksamkeit einer fristverlängernden Abrede gilt die gesetzliche Verjährungsfrist (BGH NJW 88, 1259 [BGH 03.12.1987 - VII ZR 363/86]; § 306 II).

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