Prütting/Wegen/Weinreich, B... / b) Haftung des Arbeitnehmers.
 

Rz. 91

Führt ein Pflichtverstoß des Arbeitnehmers iRe betrieblichen Tätigkeit zu einem Schaden, so hat der Arbeitgeber uU Anspruch auf Schadensersatz (§§ 823 ff, §§ 7, 18 StVG, § 280 I 1). Der Arbeitnehmer haftet iRd innerbetrieblichen Schadensausgleichs bei leichtester Fahrlässigkeit (bei geringfügigen und leicht entschuldbaren Pflichtverletzungen, die jedem Arbeitnehmer unterlaufen können) nicht, bei mittlerer Fahrlässigkeit anteilig und nur bei grober Fahrlässigkeit und Vorsatz unbeschränkt (BAG NZA 03, 39). Selbst bei grober Fahrlässigkeit kommt im Einzelfall Schadensquotelung in Betracht (BAG NZA 11, 345 [BAG 28.10.2010 - 8 AZR 418/09]); zT geht das BAG von einer fünfjährigen Schadenstilgungsdauer als Haftungsobergrenze aus (BAG NZA 03, 41).

 

Rz. 92

Das Verschulden des Arbeitnehmers muss sich auf Pflichtverletzung und Schaden beziehen (BAG NZA 03, 37 [BAG 18.04.2002 - 8 AZR 348/01]). Er ist beweisrechtlich durch § 619a privilegiert (§ 619a Rn 3). Bei Mitverschulden des Arbeitgebers (zB Organisationsmängel, fehlerhafte Anweisungen) gilt § 254.

 

Rz. 93

Eine vertragliche Haftungsverschärfung ist bei finanziellem Risikoausgleich wirksam (LAG Hessen BB 70, 578; ErfK/Preis § 619a Rz 37), Mankohaftung daher bis zur Höhe der gewährten Mankovergütung (BAG NZA 00, 715 [BAG 02.12.1999 - 8 AZR 386/98]; 99, 144; § 619a Rn 2).

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