Prütting/Wegen/Weinreich, B... / 7. Abrufarbeit.
 

Rn 107

Bei Abrufarbeit (KAPOVAZ) hat der ArbN seine Arbeitsleistung entspr dem Arbeitsanfall zu erbringen (§ 12 I 1 TzBfG). Eine bestimmte (Mindest-)Dauer der Arbeitszeit (pro Woche, Monat oder Jahr) muss vereinbart werden (§ 12 I 2 TzBfG), andernfalls gilt eine wöchentliche Arbeitszeit von 20 Stunden (§ 12 I 3 TzBfG; BAG NJW 14, 3471 [BAG 24.09.2014 - 5 AZR 1024/12]). Der ArbG muss dem ArbN die Lage der Arbeitszeit jeweils mindestens 4 Tage im Voraus mitteilen, sonst ist der ArbN nicht zur Arbeitsleistung verpflichtet, hat aber Anspruch auf die Vergütung (§ 615 iVm § 12 III TzBfG). Der ArbG muss jeweils für mindestens 3 aufeinander folgende Stunden die Arbeitsleistung abfordern, es sei denn, der Arbeitsvertrag enthält eine abweichende Regelung (§ 12 I 4 TzBfG; iE BLDH/Lingemann Kap 6 Rz 81 M 6.5; zu Formularverträgen Rz 62; zum Null-Stunden-Vertrag Forst NZA 14, 998). Bei vertraglich vereinbarter Mindestarbeitszeit ist Erhöhung um max 25 %, bei Höchstarbeitszeit Absenkung um max 20 % zulässig, § 12 II TzBfG. Für Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und an Feiertagen ist Durchschnittsverdienst der letzten drei Monate maßgeblich, § 12 IV, V TzBfG.

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