Prütting/Wegen/Weinreich, B... / c) Opfergrenze.
 

Rn 139

Die Verpflichtung zum Erhalt eines geeigneten Zustandes endet gem § 275, wo der dazu erforderliche Aufwand die Opfergrenze übersteigt (BGH WuM 14, 277 [BGH 22.01.2014 - VIII ZR 135/13] Rz 2; NJW 10, 2050 Rz 21). Wann diese Zumutbarkeitsgrenze überschritten ist, muss von Fall zu Fall unter Berücksichtigung der beiderseitigen Parteiinteressen wertend ermittelt werden (BGH NJW 10, 2050 Rz 21; ZMR 05, 935, 937). Bei der Bestimmung der zuzumutenden Anstrengungen ist auch ein etwaiges Verschulden zu berücksichtigen (§ 275 II 2; BGH NJW 10, 2050 Rz 21). Je ungünstiger sich das Verhältnis zwischen Erhaltungskosten und Verkehrswert darstellt, desto gewichtiger müssen die entgegenstehenden Umstände sein, die es dem Vermieter verwehren sollen, sich auf den Einwand der wirtschaftlichen Unzumutbarkeit zu berufen. Ein auffälliges Missverhältnis indiziert eine Überschreitung der Zumutbarkeitsgrenze (BGH NJW 10, 2050 Rz 21). Im Extremfall kann dieses Indiz so stark sein, dass schwer vorstellbar erscheint, welche weiteren Umstände zu einer anderen Abwägung sollten führen können (BGH NJW 10, 2050 [BGH 21.04.2010 - VIII ZR 131/09] Rz 21).

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