Prütting/Wegen/Weinreich, B... / I. Haftungsausschluss/Haftungsbegrenzung.
 

Rn 42

Klauseln iSv Nr 7 können den haftungsbegründenden oder haftungsausfüllenden Tatbestand betreffen. Dem Haftungsausschluss (einschl des Ausschlusses der Pflicht selbst) sind jegliche Arten der Haftungsbeschränkung, zB bzgl Höhe, Umfang, Zeit (Ausschlussfristen, Verjährungsverkürzung, s BGH NJW 13, 2584; WM 07, 261 [BGH 15.11.2006 - VIII ZR 3/06]; s.a. § 202 I, § 439 IV HGB) oder Art der Geltendmachung (Subsidiaritätsklausel) des Schadens, gleichgestellt (Ddorf NJW-RR 95, 440 [LG Düsseldorf 29.12.1993 - 12 O 322/93]; MüKo/Wurmnest § 309 Nr 7 Rz 23). Es genügt, wenn die Klausel nach Sinn und Zweck den Eindruck erweckt, die Haftung des Verwenders auszuschließen oder zu beschränken (BGH NJW 01, 751 [BGH 12.12.2000 - XI ZR 138/00]; 87, 2818 [BGH 14.07.1987 - X ZR 38/86]). Eine Haftungsbegrenzung liegt auch in der Abkürzung von gesetzlichen Verjährungsfristen (BGH NJW 13, 2584 Rz 15; ZIP 13, 1676; NJW 09, 1486; BGHZ 170, 37).

 

Rn 43

Die Begriffe Leben, Körper und Gesundheit sind wie in § 823 auszulegen (s § 823 Rn 23 ff). Nr 7 erfasst jede Art von Fahrlässigkeit. Für vorsätzliches Handeln des Verwenders s § 276 III. Ebenso werden Erfüllungsgehilfen jeder Art erfasst, gleich ob diese selbstständig oder unselbstständig tätig sind (BGH NJW 83, 1325 [BGH 20.01.1983 - VII ZR 105/81]). Zur transportrechtlichen Leutehaftung s §§ 436, 461 I HGB.

 

Rn 44

Nr 7b lässt zwar eine formularmäßige Haftungsfreizeichnung für leicht fahrlässige Pflichtverletzungen bei sonstigen Schäden zu. Solche Klauseln können aber nach § 307 II Nr 2 unwirksam sein, wenn sie Kardinalpflichten betreffen, s § 307 Rn 26.

 

Rn 45

Einzelfälle (zulässig +, nicht –): Haftungsfreizeichnung im Krankenhausaufnahmevertrag für Verlust und Beschädigung der von Patienten mitgebrachten Sachen (+BGH NJW 90, 764 [BGH 09.11.1989 - IX ZR 269/87]); Freizeichnung für Körper- und Gesundheitsschäden in Gebrauchtwagenkaufvertrag (–BGH WM 15, 695 [BGH 04.02.2015 - VIII ZR 26/14]); Haftungsbegrenzung in Textilreiniger-AGB (–BGH NJW 13, 2502); generelle Verkürzung der Verjährungsfrist (–BGH WM 15, 2359; ZIP 13, 1616); Klausel eines Paketbeförderungsdienstes, wonach sich der Kunde einverstanden erklärt, dass der Transportweg gänzlich unkontrolliert bleibt (–München NJW-RR 04, 1064f [OLG München 17.03.2004 - 7 U 4035/03]); Haftungsausschluss in Versteigerungsbedingungen (–BGH NJW 13, 3570 [BGH 09.10.2013 - VIII ZR 224/12]).

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