Prütting/Wegen/Weinreich, B... / E. Organe und Vertretenmüssen.
 

Rn 29

Besonderheiten gelten für Organe von privatrechtlichen Körperschaften (etwa der Geschäftsführer einer GmbH, der Vorstand einer AG) sowie von juristischen Personen des Öffentlichen Rechts (§ 89). Sie gelten für die Personengesellschaften des bürgerlichen und des Handelsrechts (GbR, oHG, KG) entspr. Für derartige Organe gilt § 31, wonach die Körperschaft für den Schaden verantwortlich ist, den ein Organ einem Dritten zufügt. Umstr ist freilich, ob diese Vorschrift auch im Rahmen schuldrechtlicher Sonderverbindungen gilt und insoweit § 278 jedenfalls partiell verdrängt (s etwa MüKo/Reuter § 31 Rz 31). Da auch § 31 eine Zurechnung fremden Fehlverhaltens vorsieht, hat dieser Streit praktische Konsequenzen nur für die Frage, ob die betreffende Körperschaft sich von der Haftung für Vorsatz des Organs freizeichnen kann, vgl § 278 S 2. Da Körperschaften überhaupt nur über ihre Organe handlungsfähig sind, muss es jedoch mit der hA bei der Regel des § 31 und damit dem Verbot nach § 276 III verbleiben (s Schlechtriem/Schmidt-Kessel Schuldrecht AT Rz 615). Richtigerweise gilt dasselbe für die von der Rspr entwickelte Repräsentantenhaftung analog § 31 (vgl BGHZ 49, 19, 21 f; BGHZ 196, 340 Rz 12 ff).

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