Prütting/Wegen/Weinreich, B... / IV. Anrechnung von Leistungen iSv § 2057a
 

Rn 8

Sind Leistungen eines Abkömmlings an den Erblasser iSv § 2057a (zB Mitarbeit im Haushalt oder Erwerbsgeschäft, Pflegedienste, erhebliche Geldleistungen) zu berücksichtigen, ist der Ausgleichungserbteil nach § 2057a IV iVm § 2316 zu berechnen (BGH NJW 93, 1195, 1197 [BGH 17.02.1993 - XII ZR 238/91]). Das gilt auch zugunsten eines zum Alleinerben eingesetzten Abkömmlings (BGH aaO; Schlesw 15.6.12 – 3 U 28/11). Zur Ermittlung des fiktiven Nachlasses wird der Ausgleichungsbetrag vom Nachlasswert abgezogen und dann anhand dieses Wertes der Ausgleichungserbteil gebildet. Dem leistenden Abkömmling wird der Wert seiner Leistung hinzugerechnet. Die Hälfte des so errechneten Werts ist der Ausgleichungspflichtteil. Bsp: E hinterlässt die Kinder A, B und C, wobei zugunsten von A 60 auszugleichen sind. Der Nachlasswert beträgt 300. Der Ausgleichungsnachlass ist 240 = 300 – 60. Der Betrag ist durch die Zahl der Abkömmlinge zu dividieren (240/3 = 80). Zur Ermittlung des Ausgleichungserbteils des A ist die auszugleichende Leistung zu addieren (80 + 60 = 140), so dass sein Pflichtteil auf 70 geht. B und C haben einen Pflichtteilsanspruch auf jeweils 40.

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