Prütting/Wegen/Weinreich, B... / I. Unbelasteter Erbteil
 

Rn 6

Ist das Vermächtnis neben einem unbelasteten Erbteil zugewendet, bleibt bei jeweiliger Annahme ein Restpflichtteil (§ 2305), wenn addierter Erbteil und Vermächtnis (Anrechnung nach I 2 Hs 1) nicht den halben gesetzlichen Erbteil erreichen. Schlägt der Berechtigte das Vermächtnis aus, hat er den vollen Pflichtteilsrestanspruch. Nur wenn dieser den Wert des Vermächtnisses übersteigt, macht dessen Ausschlagung wirtschaftlich Sinn. Die Ausschlagung des Erbteils führt nur zum Verlust desselben, nicht zum vollen Pflichtteilsanspruch, da mangels Belastung § 2306 I nicht gegeben ist. Ist der unbelastete Erbteil allein nicht geringer als der Pflichtteil, besteht kein Pflichtteilsrestanspruch; die Frage der Anrechnung nach I 2 stellt sich nicht. Auch durch die Ausschlagung des Erbteils entsteht er nicht, da kein Fall des § 2306 I vorliegt (Staud/Otte Rz 25). Ebenso ist die Ausschlagung des Vermächtnisses hier idR nicht sinnvoll.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Deutsches Anwalt Office Premium. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Deutsches Anwalt Office Premium 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge