Prütting/Wegen/Weinreich, B... / A. Normzweck.
 

Rn 1

Die zum 1.8.02 in Kraft getretene Vorschrift wurde durch Art 25 I des OLG VertrÄndG (BGBl I 2850) in das BGB eingefügt und soll geistig behinderten Menschen die Teilnahme am Rechtsverkehr iR ihrer Fähigkeiten ermöglichen. Um die Eigenverantwortlichkeit volljähriger Geschäftsunfähiger zu stärken wird ihre Rechtsstellung dadurch verbessert, dass die von ihnen getätigten Geschäfte des täglichen Lebens unter den Voraussetzungen des § 105a als wirksam gelten. Dies gilt allerdings nur beschränkt, ›in Ansehung‹ von Leistung und Gegenleistung, anders als bei der ähnlichen Regelung des § 1903 III 2 für tägliche Geschäfte des volljährigen Betreuten, die auch ohne Einwilligung des Betreuers vollwirksam sind. Die Ungereimtheiten, die zwischen dem Betreuungsrecht und den §§ 104, 105 schon bisher bestanden (s § 1903 Rn 1, 8 f), werden durch § 105a nicht ausgeräumt, sondern eher verstärkt (zur krit Bewertung der Norm in der Lit s. Casper NJW 02, 3425; Wiedemann/Thüsing DB 02, 463; Braun JuS 02, 424; Heim JuS 03, 141; Pawlowski JZ 03, 66; Lipp FamRZ 03, 721; Franzen JR 2004, 221; Löhnig/Schärtl AcP 204, 25; Ludyga FPR 07, 3).

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