Niedenführ/Schmidt-Räntsch/... / 3. Zeitpunkt der Verwalterbestellung
 

Rz. 25

Der Zustimmende muss im Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Zustimmung (vgl. Rdn 29) Verwalter sein; auf den Zeitpunkt seiner Bestellung (vor oder nach Abschluss des Veräußerungsvertrages) kommt es nicht an. Endet das Verwalteramt anschließend, ändert dies an der Wirksamkeit der erteilten Zustimmung nichts. Hat der durch angefochtenen Beschluss der Wohnungseigentümer bestellte Verwalter die Zustimmungserklärung abgegeben, wird der Bestellungsbeschluss jedoch nachträglich gemäß §§ 23 Abs. 4, 46 durch rechtskräftiges Urteil für ungültig erklärt, wird die Veräußerungszustimmung nach Ansicht des KG dadurch rückwirkend unwirksam; dies soll scheinbar auch gelten, wenn der Bestellungsbeschluss erst nach erfolgter Grundbuchumschreibung für ungültig erklärt wird. Für die Praxis würde dies bedeuten, dass im Falle der Anfechtung eines Bestellungsbeschlusses faktisch so lange keine Veräußerungen vollzogen werden können, wie über die Beschlussanfechtungsklage nicht rechtskräftig entschieden wurde. Entgegen der Ansicht des KG ist § 47 FamFG (ehemals § 32 FGG) entsprechend heranzuziehen, wonach Rechtshandlungen des Verwalters auch dann wirksam bleiben, wenn der Bestellungsbeschluss nachträglich für ungültig erklärt wird. Entscheidend ist, dass der Beschluss über die Verwalterbestellung im Zeitpunkt der Abgabe der Zustimmung wirksam war (§ 23 Abs. 4).

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