Niedenführ/Schmidt-Räntsch/... / 1. Sondereigentum
 

Rz. 66

Haben Wohnungseigentümer bauliche Veränderungen am Sondereigentum vorgenommen und müssen diese im Zuge von Instandsetzungsmaßnahmen am Gemeinschaftseigentum beschädigt oder beseitigt werden, stellt sich die Frage, ob die Gemeinschaft gemäß § 14 Nr. 4 Hs. 2 zur Wiederherstellung des veränderten Sondereigentums verpflichtet ist.

 

Beispiel:

Ein Eigentümer hat auf einer zum Sondereigentum erklärten Terrasse einen zusätzlichen oder hochwertigeren Gehbelag aufgebracht, der wegen einer Instandsetzung der Isolierung entfernt werden muss und dessen Wiederherstellung der Eigentümer wünscht.

 

Rz. 67

§ 14 Nr. 4 Hs. 2 findet auch in dieser Konstellation Anwendung. Gemäß § 13 Abs. 1 darf jeder Eigentümer sein Sondereigentum nach Belieben nutzen und umgestalten, sofern kein anderer Eigentümer dadurch über das in § 14 Nr. 1 bestimmte Maß hinaus beeinträchtigt wird. Hat ein Eigentümer in diesem Rahmen Umbaumaßnahmen durchgeführt, ist kein Grund ersichtlich, diese vom Schutz des § 14 Nr. 4 Hs. 2 auszunehmen. Nicht geschützt sind nur Veränderungen am Sondereigentum, die das nach § 14 Nr. 1 zulässige Maß überschreiten. Da der Eigentümer diese Veränderungen am Sondereigentum nicht hätte vornehmen dürfen, kann er von der Gemeinschaft auch nicht Wiederherstellung oder Entschädigung verlangen, wenn wegen einer Instandsetzungsmaßnahme am Gemeinschaftseigentum in das rechtswidrig umgestaltete Sondereigentum eingegriffen wird.

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