Mitverschulden bei Sturz über Hund eines Gastes in eigener Wohnung

Sturz mit Folgen

Die Klägerin begehrte von der Beklagten als Hundehalterin Schadensersatz wegen eines Unfalls. Sie war in ihrer Wohnung über den dort im Flur liegenden Hund der Beklagten, die dort zu Gast war, gestürzt. Hierbei hatte sie sich das Bein gebrochen.

Keine Tierhalterhaftung

Das OLG Celle verneinte eine Tierhalterhaftung nach § 833 Satz 1 BGB im Ergebnis mit der Begründung, dass diese hinter das Mitverschulden der Geschädigten vollständig zurückzutreten habe. Denn die Geschädigte habe es der Beklagten gestattet, sich als Gast in ihrer Wohnung aufzuhalten und sie habe es versäumt, vor der Begehung des schlecht beleuchteten Flures für ausreichende Lichtverhältnisse zu sorgen. Sie habe damit rechnen müssen, dass der fremde Hund sich zum Ruhen hingelegt hatte und dadurch zum Hindernis wurde.

Keine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht

Auch eine Haftung der Beklagten aus § 823 BGB kam aus der Sicht des Oberlandesgerichts nicht in Betracht, da sie ihre Verkehrssicherungspflicht nicht verletzt hatte. Die Anforderungen an einen Gast würden überspannt, wenn im Nachhinein verlangt werde, dass er die freie Bewegung des Hundes hätte einschränken müssen, obwohl doch der Gastgeber ihm bei Betreten des Hauses eben diese Freizügigkeit gewährt habe.

(OLG Celle, Beschluss v. 19.3.2014, 20 U 4/14)

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