Mietenmoratorium: Die recht... / 1.3 Fortbestand der Verpflichtung zur Mietzahlung, Verzinsung

Macht der Mieter erfolgreich glaubhaft, zur Zahlung der Miete aufgrund der COVID-19-Pandemie nicht imstande zu sein, bleibt die Miete gleichwohl in voller Höhe bzw. im Falle der Minderung wegen Mängeln der Mietsache in geminderter Höhe zum mietvertraglich vereinbarten Zeitpunkt zur Zahlung fällig. Ab diesem Zeitpunkt ist der Mietzahlungsanspruch mit dem gesetzlichen oder einem mietvertraglich vereinbarten Verzugszinssatz zu verzinsen. Der gesetzliche Verzugszinssatz beläuft sich für Verbraucher auf 5 Prozentpunkte und für Gewerbetreibende auf 9 Prozentpunkte über dem jeweiligen Basiszinssatz p.a., der Basiszinssatz liegt derzeit bei -0,88 %, somit haben private Mieter die rückständigen Mieten aktuell mit 4,12 % p.a. zu verzinsen, gewerbliche Mieter schulden dem Vermieter gar Verzugszinsen in Höhe von 8,12 % p.a.

 
Praxis-Beispiel

Zinsberechnung

Bei gleichbleibendem Basiszinssatz schuldet somit z. B. der private Mieter, der im April 2020 eine Miete in Höhe von 1.000 EUR nicht bezahlt und diese Zahlung erst am 30.6.2022 nachholt, Verzugszinsen in Höhe von 92,73 EUR, beim gewerblichen Mieter sind es bereits 182,76 EUR.

Diese dem Vermieter zustehenden Verzugszinsen sollten betroffene Mieter unbedingt einkalkulieren.

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