KfW-Förderprogramme für Sel... / 1.1.4 Energieeffizient Bauen (153)
 

Rz. 254

Dieses Förderprogramm stellt zinsgünstige Kredite für die Errichtung, Herstellung oder den Ersterwerb von "KfW-Effizienzhäusern und Passivhäusern" zur Verfügung. Die Förderung können Bauherren oder Erwerber von neuen Wohngebäuden einschließlich Wohn-, Alten- und Pflegeheimen zur Selbstnutzung oder Vermietung, z. B. Privatpersonen, Wohnungseigentümergemeinschaften, Wohnungsunternehmen, Wohnungsgenossenschaften, Bauträger, Eigentümer/Betreiber von Wohnheimen, Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts sowie Contractinggeber erhalten. Gefördert werden auch durch Erweiterung bestehender Gebäude (z. B. Anbau) oder Ausbau von vormals nicht beheizten Räumen (z. B. Dachgeschossausbau) neu entstehende Wohneinheiten. Der Kredit unterstützt Investoren ebenso bei der Umwidmung unbeheizter Nicht-Wohngebäude, z. B. Scheunen, zu einem Wohngebäude. Im Rahmen der Planung, Antragstellung und Durchführung eines geförderten Vorhabens muss der Antragsteller zur Unterstützung einen Sachverständigen einbinden.

Wie attraktiv die jeweilige Förderung für ein Vorhaben ausfällt, hängt von der Energieeffizienz des Gebäudes ab. Maßgebend ist das sogenannte "KfW-Effizienzhaus". Hinzu kommt in der Förderung noch das Passivhaus als Sonderkategorie.

Zum Jahr 2012 fand eine Verschärfung der Förderkriterien statt. Wurden bislang insgesamt 6 KfW-Effizienzhausstandards gefördert, so sind es nun noch 3: die Varianten KfW-Effizienzhaus 70, 55 und 40 sowie Passivhäuser. Die Zahl hinter dem "KfW-Effizienzhaus" gibt an, wie hoch der Jahresprimärenergiebedarf in Relation zu einem vergleichbaren Neubau nach den Vorgaben der aktuell gültigen EnEV (Referenzgebäude) sein darf. Je kleiner die Zahl, desto niedriger und besser ist das Energieniveau und desto attraktiver ist die Förderung in Form von günstigen Zinsen oder Zuschüssen.

 

Praxis-Beispiel

KfW-Effizienzhaus 70

Ein KfW-Effizienzhaus 70 darf zum Beispiel höchstens 70 % des Primärenergiebedarfs des entsprechenden Referenzgebäudes haben. Neben dem Primärenergiebedarf bestimmt auch der Wert des Wärmeverlusts über die Gebäudehülle (Transmissionswärmeverlust) die Energieeffizienz eines Gebäudes. Beispielsweise darf der Transmissionswärmeverlust beim KfW-Effizienzhaus 70 max. 85 % eines den Vorgaben der gültigen EnEV entsprechenden Neubaus (Referenzgebäude) betragen.

 

Rz. 255

Die KfW finanziert 100 % der Bauwerkskosten (Baukosten ohne Grundstück) sowie der Kosten der Beratung, Planung und Baubegleitung mit maximal 50.000 EUR pro Wohneinheit. Wird eine neugebaute energieeffiziente Immobilie erworben, bildet der Kaufpreis für das Wohngebäude ohne die Grundstückskosten die Basis für das Darlehen.

Je nach Kreditlaufzeit gewährt die KfW bis zu 5 tilgungsfreie Jahre, die maximale Laufzeit beträgt 30 Jahre. Es gilt eine Zinsfestschreibung für 10 Jahre. Während der Tilgungsfreijahre sind lediglich die Zinsen auf die ausgezahlten Kreditbeträge zu leisten, anschließend muss der Kreditnehmer monatliche Annuitäten zahlen. Als Alternative dazu kann auch ein 10-jähriges endfälliges Darlehen abgeschlossen werden.

Ausgezahlt werden 100 % des Zusagebetrags. Antragsteller können Kredite in einer Summe oder in Teilbeträgen abrufen. Eine vorzeitige Rückzahlung des gesamten Darlehens oder in Teilbeträgen ist während der ersten Zinsbindungsfrist jederzeit ohne Kosten für den Endkreditnehmer möglich, hierbei gilt eine Mindestsumme von 1.000 EUR.

Zusätzlich zum Darlehen kann der Antragsteller, wenn das Haus einem bestimmten Energiestandard entspricht, einen nicht rückzahlbaren Tilgungszuschuss in folgender Höhe erhalten:

  • KfW-Effizienzhaus 40 (einschließlich Passivhaus) 10 % des zugesagten Darlehensbetrags, also maximal 5.000 EUR,
  • KfW-Effizienzhaus 55 (einschließlich Passivhaus) 5 % des zugesagten Darlehensbetrags, also maximal 2.500 EUR.

Dem Antragsformular ist die ausgefüllte und vom Antragsteller und einem Sachverständigen unterschriebene "Bestätigung zum Kreditantrag Energieeffizient Bauen" beizulegen. Nach Abschluss des Baus oder Kaufs reicht der Geförderte innerhalb von 12 Monaten nach Auszahlung des gesamten Darlehens zusammen mit dem Energieberater die "Bestätigung nach Durchführung" ein. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass seinem Darlehenkonto der Tilgungszuschuss gutgeschrieben wird.

Neue Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014

Seit Mai 2014 ist die EnEV 2014 in Kraft getreten. Für Bestandsbauten bleiben die energetischen Mindestanforderungen für grundlegende Sanierungen mit Inkrafttreten der EnEV weitestgehend unverändert.

Dagegen wird der Neubau-Standard verschärft. Ab 2016 liegt der maximale Primärenergiebedarf eines Neubaus im Vergleich zur bisher gültigen EnEV 2009 nochmals um 25 % niedriger.

 

Hinweis

Änderungen

Zum 1.4.2015 wurden Änderungen zu diesem Programm gültig:

  • Auf Grund der gestiegenen Anforderungen gemäß EnEV 2014 entfällt die KfW-Förderung für den Standard "KfW-Effizienzhaus 70".
  • Dafür wird – neben den bereits bestehenden Förderstandards KfW-Effizienzhaus 55 und 40 – ein weiterer Standard "KfW-Effizienz...

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