KfW-Förderprogramme für Sel... / 1.1.1 KfW-Wohneigentumsprogramm (124/134)
 

Rz. 252

Erwerb eines neuen Wohneigentums

Privatpersonen, die selbst genutztes Wohneigentum erwerben oder bauen möchten, werden von der KfW mit einem zinsgünstigen Kredit aus dem "KfW-Wohneigentumsprogramm (124)" unterstützt, dies gilt darüber hinaus inzwischen auch für Wohneigentümergemeinschaften (WEG) und Baugemeinschaften in Form einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Finanziert werden bis zu 100 % der Gesamtkosten, jedoch nur bis zu einer Obergrenze von 50.000 EUR pro Wohneinheit. Eigenleistungen – beispielsweise bei der Modernisierung – können in die Kalkulation miteinbezogen werden. Gefördert wird auch der Erwerb von Genossenschaftsanteilen.

Erwerb oder Bau einer Immobilie

Bei einer Gebrauchtimmobilie fördert die KfW den Kaufpreis inklusive der Nebenkosten und außerdem Modernisierungs-, Instandsetzungs- und Umbauarbeiten, unabhängig davon, ob das Objekt von Privatpersonen, über Immobilienmakler oder eine Auktion/Zwangsversteigerung erworben wurde.

Beim Bau einer Immobilie gibt es ein Darlehen für die Kosten des Baugrundstücks, wenn es der Antragsteller höchstens 6 Monate vor Antragseingang bei der KfW erworben hat, für Baukosten wie Material- oder Arbeitskosten, für die Baunebenkosten (Kosten für Architekt, Energie bzw. Bauberater, Notar- und Maklergebühren und Grunderwerbsteuer) sowie für die Außenanlagen.

Beim Kauf bzw. Bau eines Eigenheims werden in diesem Programm grundsätzlich nur die Kosten für die selbst genutzte Wohnung mitfinanziert. Weitere Wohnungen im selben Objekt können nur einbezogen werden, wenn diese Angehörigen unentgeltlich überlassen werden.

Inzwischen ist die Förderung auch für Erben möglich. Dabei werden nicht nur Bau- oder Sanierungskosten übernommen, sondern auch die Auszahlung der Erben oder anfallende Kosten für Grundbucheintragungen einschließlich Notargebühren.

Über das Wohneigentumsprogramm 2 (134) kann der Kreditnehmer auch Genossenschaftsanteile finanzieren, wenn er in eine bestehende oder erst noch zu gründende Wohnungsbaugenossenschaft eintritt. Genossenschaftsanteile können bis zu 100 % finanziert werden mit einer Obergrenze von 50.000 EUR. Die Finanzierungsdauer beträgt maximal 20 Jahre bei bis zu 3 tilgungsfreien Jahren. Dieser Programmteil soll besonders entstehenden Genossenschaften auf die Beine helfen, wenn die Mitglieder über kein Eigenkapital verfügen.

Finanzierung über "Best-Zins-Prinzip"

Die Finanzierung über das Wohneigentumsprogramm läuft nach dem "Best-Zins-Prinzip" ab. Das bedeutet, dass entweder der Zins bei Antragstellung oder bei der Kreditzusage festgeschrieben wird, je nachdem, wann das günstigste Zinsniveau herrscht. Die Laufzeit des KfW-Kredits aus dem "KfW-Wohneigentumsprogramm" beträgt maximal 35 Jahre, wovon höchstens die ersten 5 Jahre tilgungsfrei sind. Nach Ablauf der tilgungsfreien Anlaufjahre müssen sowohl Zinsen wie Tilgung in gleich hohen monatlichen Raten zurückgezahlt werden. Der Darlehensnehmer kann eine Zinsfestschreibung von 5 bis 10 Jahren vereinbaren. Es kann auch ein endfälliges Darlehen mit einer Laufzeit von 10 Jahren vereinbart werden. Die Tilgung erfolgt dann auf einen Schlag zum Ende der Laufzeit. Außerplanmäßige Teilrückzahlungen während der Laufzeit sind nicht möglich, eine vorzeitige Rückzahlung des gesamten ausstehenden Kreditbetrags ist gegen Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung möglich. Wer Genossenschaftsanteile finanziert, darf während der 1. Zinsbindungszeit Sondertilgungen ab 1.000 EUR vornehmen.

Der Darlehensnehmer kann das Darlehen innerhalb von 12 Monaten nach Zusage wahlweise in einer Summe oder in Teilbeträgen abrufen. Diese Frist lässt sich auf maximal 36 Monate verlängern. Ab 4 Monaten und 2 Bankarbeitstagen nach Zusage fällt eine Bereitstellungsprovision in Höhe von 0,25 % pro Monat auf den noch nicht abgerufenen Kreditbetrag an.

 

Hinweis

Abruf von Darlehen

Diese Regelungen für das Abrufen von Darlehen gelten auch für die nachfolgend beschriebenen Programme. Variieren können dabei die Dauer der möglichen Fristverlängerung sowie der Zeitraum, ab dem die Bereitstellungszinsen anfallen.

Da es sich bei den Krediten des "KfW-Wohneigentumsprogramms" immer um nachrangige Kredite handelt, eignen sich diese dazu, die Finanzierungslücke, die sich zwischen den Gesamtkosten und dem Eigenkapital sowie dem erstrangigen Hypothekendarlehen ergibt, zu schließen, zumal für den nachrangigen KfW-Kredit kein Zinszuschlag berechnet wird. Eine Eintragung ins Grundbuch ist erforderlich.

 

Hinweis

Nicht für Mietwohnungen

Dieses Programm gilt nicht für den Erwerb oder Bau von Mietwohnungen.

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