Instandhaltungsrücklage / 11 Steuerliche Bedeutung

Da die Instandhaltungsrücklage Vermögen der teilrechtsfähigen Wohnungseigentümergemeinschaft ist, steht den Wohnungseigentümern kein Anteil an ihr zu. Insoweit stellt die Instandhaltungsrücklage keinen Vermögensbestandteil des jeweiligen Wohnungseigentümers dar. Für den Fall des Erwerbs durch Zuschlag in der Zwangsversteigerung hat der BFH[1] insoweit mittlerweile klargestellt, dass das Meistgebot als Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer nicht um eine "anteilige" Instandhaltungsrücklage zu mindern ist. Die Grunderwerbsteuer vermindert sich also nicht um einen "ideellen" auf die jeweils ersteigerte Sondereigentumseinheit entfallenden Rücklagenanteil.

 

Behandlung beim Verkauf

Der BFH konnte zwar offenlassen, was beim (freihändigen) Verkauf gilt. Tatsächlich aber kann nichts anderes gelten, weil sich der Charakter der Rücklage als Vermögen der Eigentümergemeinschaft nicht plötzlich dadurch ändert, dass eine Sondereigentumseinheit verkauft wird. Auch in diesem Fall bleibt die Rücklage freilich Bestandteil des Verwaltungsvermögens.

Die zur Instandhaltungsrücklage auf Grundlage des Wirtschaftsplans gezahlten Beiträge sind nicht steuerbar, können also für vermietende Wohnungseigentümer nicht als Erhaltungsaufwand geltend gemacht werden. Dies kann erst erfolgen, wenn Instandhaltungs- und/oder Instandsetzungsmaßnahmen tatsächlich aus der Rücklage finanziert wurden.[2] Der Verwalter hat den Wohnungseigentümern dann eine entsprechende Bescheinigung des nach dem geltenden Verteilungsschlüssel auf den Wohnungseigentümer entfallenden Kostenanteils auszustellen.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Deutsches Anwalt Office Premium. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Deutsches Anwalt Office Premium 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge