Hundehalterin verliert bei Schutz ihres Hundes Zeigefingerglied

Zwei Hundehalter begegneten sich im Winter 2009. Der eine Hund riss sich los, stürzte sich auf den anderen angeleinten, knurrenden Hund und biss diesen mehrfach. Um ihren Hund zu schützen, hielt dessen Hundehalterin ihre Hand über den Kopf ihres Tieres, als der fremde Hund erneut zubiss und das erste Glied des linken Zeigefingers der Hundehalterin abtrennte.

Sie klagte auf Schmerzensgeld, Verdienstausfall und Tierarztkosten.

Mitver­schulden

In letzter Instanz war die Geschädigte erfolgreich, allerdings konnte sie nur einen Teilerfolg verbuchen. Das Gericht meinte, auch wenn sie in berechtigter Sorge um ihr Tier eingegriffen habe, hätte sie doch wissen müssen, dass ihr Handeln die Gefahr mit sich bringt, selbst gebissen und verletzt zu werden. Ihr Mitverschulden hat der Senat des Oberlandesgerichts Hamm mit 50 % bewertet, das verlangte Schmerzensgeld und den Verdienstausfall entsprechend gekürzt und ihr insoweit rund 3.000 EUR zuerkannt. Die von ihr bezahlten Tierarztkosten wurden ihr – gekürzt um die Tiergefahr des eigenen Hundes – in Höhe von 75 % der Aufwendungen zuerkannt.

(OLG Hamm, Urteil v. 17.10.2011, I-6 U 72/11)

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