Rottweiler als gefährlich eingestuft

In einem Eilverfahren hatte das Verwaltungsgericht Osnabrück über den Antrag einer Hundehalterin (Antragstellerin) zu entscheiden, die sich gegen die Feststellung des Landkreises Osnabrück (Antragsgegener) gewandt hatte, ihre Rottweilerhündin sei gefährlich.

Tödlicher Biss

Der Entscheidung lag folgender Sachverhalt zugrunde:

Unstreitig hatte die Hündin der Antragstellerin die Katze ihrer Nachbarin auf deren Grundstück durch einen Biss in den Nacken getötet. Zu dem tödlichen Biss sei es gekommen – so die Antragstellerin – weil ihre Hündin zuvor von der Katze attackiert worden sei und ihre Hündin nicht habe fliehen können. Sie habe ein artgerechtes Abwehrverhalten gezeigt und die Katze durch einen Biss tödlich verletzt.

Gefährlichkeit des Hundes bestätigt

Diesem Vortrag folgte das Gericht nicht. Die angeblich von der Katze ausgehende Attacke auf die Hündin sei weder belegt noch angesichts der erheblichen Größen- und Kräfteunterschiede zwischen beiden Tieren plausibel. Viel wahrscheinlicher sei, dass die Hündin aufgrund ihres Jagdtriebes zusammen mit einem anderen Hund der Antragstellerin die Nachbarkatze gejagt, in die Enge getrieben und dann getötet habe. Selbst wenn die Katze sich der Hündin "in Angriffshaltung" entgegengestellt haben sollte, ließe sich ein artgerechtes Abwehrverhalten der Hündin nicht begründen. Diese sei auf ein fremdes Grundstück gerannt und deshalb aus der Sicht der Katze als "Eindringling" erschienen. Ein berechtigtes Abwehrverhalten wäre somit allenfalls zugunsten der getöteten Katze anzunehmen. Es sei deshalb nicht zu beanstanden, dass der Landkreis die Gefährlichkeit des Hundes festgestellt habe.

(VG Osnabrück, Beschluss v. 10.3.2017, 6 B 8/17 (nicht rechtskräftig)

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