Holzstapel zu nah an der Grundstücksgrenze?

Nachbar fürchtet um seine Hecke

Ein Grundstückseigentümer war verärgert, weil sein Nachbar unmittelbar an der Grenze seines Grundstücks einen Brennholzstapel mit einer Länge von 8 m aufgeschichtet hatte. Er meinte, der Stapel sei zu hoch; er befürchtete, seiner direkt an der Grundstücksgrenze befindlichen Thuja-Hecke werde Tageslicht entzogen und die Hecke würde darunter leiden. Er verklagte den Nachbarn, dass der Holzstapel einen Abstand von mindestens 3 m zur Grundstücksgrenze haben müsse oder zumindest auf eine Höhe von 2 m und eine Länge von 3 m gekürzt werden müsse.

Klage abgewiesen

Das Amtsgericht wies die Klage ab. Er habe keinen Anspruch auf Beseitigung des Brennholzstapels. Nach Auffassung des Richters sei der Stapel in zulässiger Weise errichtet worden. Er unterfalle nicht der Abstandsvorschrift des § 8 Abs. 6 LBauO RP; eine gebäudegleiche Wirkung ginge nicht von dem Holzstapel aus. Das sei nur dann der Fall, wenn er eine Höhe von 2 m überschreite und seine Länge bei 3 m und mehr liege. Die Beweisaufnahme habe jedoch gezeigt, dass die Höhe des Brennholzstapels weniger als 2 m betrage. Zudem sei der Stapel nicht sehr breit und füge sich optisch in die Örtlichkeit ein. Der Umstand, dass möglicherweise durch Lichtentzug die Thuja-Hecke leiden könnte, sei unbeachtlich, da der Holzstapel zulässig errichtet worden sei. Die Beeinträchtigung sei vom Kläger hinzunehmen.

Abgesehen davon habe im vorliegenden Fall der Kläger selbst den erforderlichen Abstand bei der Anpflanzung der Hecke gem. § 51 Abs. 1 des Landesnachbarrechtsgesetzes Rheinland-Pfalz nicht beachtet.

(AG Wittlich, Urteil v. 25.10.2016, 4 BC 501/15)

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