Praxis-Beispiel

Berechnung des ­Ölrestbestands

Beispiel 1: Die Menge, die sich noch im Tank befindet, ist kleiner als die Menge der letzten Öllieferung

 

(Abrechnungszeitraum 1.1. bis 31.12.)

  Datum: Ölmenge: Literpreis: Summe:
Bestand: 1. Januar 1.500 Liter 0,30 EUR 450,00 EUR
Lieferung 15. Februar + 2.200 Liter 0,34 EUR + 748,00 EUR
Lieferung 5. Juni + 1.350 Liter 0,32 EUR + 432,00 EUR
Lieferung 6. November + 2.950 Liter 0,35 EUR + 1.032,50 EUR
= Summe   = 8.000 Liter   = 2.662,50 EUR
- Ölrest 31. Dezember - 1.800 Liter 0,35 EUR - 630,00 EUR
= Verbrauch   = 6.200 Liter   = 2.032,50 EUR

Berechnung des Ölrests zum 31. Dezember:

Der Preis des Ölrests ist ganz einfach die Menge Ölrest multipliziert mit dem Ölpreis der letzten (aktuellsten) Lieferung. Weil der Ölrest kleiner ist als die letzte Öllieferung, ist der Preis je Liter exakt der, den das Öl bei der letzten Lieferung gekostet hat:

 
Restmenge Preis der letzten Lieferung Summe für ­Restmenge
1.800 Liter x 0,35 EUR = 630,00 EUR
 
Achtung

Häufiger Fehler

Völlig falsch wäre es, am Ende der Heizperiode den Tank zu füllen, und das zugetankte Öl als Verbrauch abzurechnen. Wenn nur eine Lieferung in der Heizperiode erfolgte, kann zwar auf diese Weise der Ölverbrauch ermittelt werden, der Preis ist aber falsch, da das Öl der ältesten Lieferung verbraucht wurde.

 
Praxis-Beispiel

Berechnung des ­Ölbestands

Beispiel 2: Die Menge, die sich noch im Tank befindet, ist größer als die Menge der letzten Öllieferung

 

(Abrechnungszeitraum 1.1. bis 31.12.)

  Datum: Ölmenge: Literpreis: Summe:
Bestand 1. Januar 1.500 Liter 0,30 EUR 450,00 EUR
Lieferung 15. Februar + 2.200 Liter 0,34 EUR + 748,00 EUR
Lieferung 5. Juni + 2.950 Liter 0,35 EUR + 1.032,50 EUR
Lieferung 6. November + 1.350 Liter 0,36 EUR + 486,00 EUR
= Summe   = 8.000 Liter   = 2.716,50 EUR
- Ölrest   - 1.800 Liter   - 643,50 EUR
= Verbrauch   = 6.200 Liter   = 2.073,00 EUR
 
Praxis-Beispiel

Berechnung Ölrest

Die Lieferung vom 6. November ist noch vollständig im Tank.

 
Ölrest: 1.800 Liter    
Lieferung 6. November - 1.350 Liter x 0,36 EUR = 486,00 EUR
Verbleiben vom Ölrest: 450 Liter    

Die Lieferung vom 5. Juni ist nur noch teilweise im Tank.

 
Anteil aus Lieferung 5. Juni: 450 Liter x 0,35 EUR = 157,50 EUR
Summe für: 1.800 Liter   643,50 EUR

Wenn der Ölrestbestand sowohl in Liter wie in EUR als Bestand ausgewiesen ist, steht die von der WEG gekaufte, aber nicht verbrauchte Ölmenge fest. Diese darf nicht in die Heizkostenabrechnung bzw. die jeweiligen Jahreseinzelabrechnungen eingestellt werden, da dort nur die tatsächlich verbrauchten Mengen abgerechnet werden dürfen.

Daraus ergibt sich, dass aus dem Konto der Gemeinschaft die dem Heizölrest entsprechende Summe mehr verausgabt wurden als in der Heizkostenabrechnung gemeldet und dort abgerechnet werden.

Da der Betrag aber in dem betreffenden Wirtschaftsjahr das Konto der Gemeinschaft verlassen hat, muss er auch in die Jahresabrechnung aufgenommen werden. Dies erfolgt im Rahmen der Jahresgesamtabrechnung. In die Jahresgesamtabrechnung sind nämlich alle im Abrechnungszeitraum geleisteten Zahlungen aufzunehmen, die im Zusammenhang mit der Anschaffung von Brennstoff stehen. Für die Verteilung in den Einzelabrechnungen sind dagegen nur die Kosten des im Abrechnungszeitraum tatsächlich verbrauchten Brennstoffs maßgeblich. Kosten für angeschafftes, aber noch nicht verbrauchtes Heizöl sind jedoch – neben den Verbrauchskosten – auch in den jeweiligen Jahreseinzelabrechnungen zu berücksichtigen. Sie sind dort zunächst nach dem allgemeinen, in § 16 Abs. 2 WEG nach Miteigentumsanteilen bestimmten oder nach einem ansonsten vereinbarten Kostenverteilungsschlüssel zu verteilen.[1] Diese Kosten sind nicht mieterumlagefähig.

Danach sind die Heizkosten für das betreffende Jahr ordnungsgemäß abgerechnet. Im Folgejahr wird vom Heizkostenmessdienst regelmäßig der im Vorjahr ausgewiesene Ölrest in Litern und EUR als Vortrag in die Vordrucke eingesetzt.

Dieser Vortrag muss in dem Kostenkonto Heizkosten als Gutschrift eingebucht werden, da diese Kosten bereits im Vorjahr bezahlt und abgerechnet wurden. Da der Heizölrest in dem Folgejahr verbraucht wird, jedoch bereits bezahlt ist, erfolgt zum Ausgleich des Kontos Heizkosten unter der Kostenposition "Gutschrift Ölrest Vorjahr" eine nicht mieterumlagefähige Position in Höhe der geldwerten Summe des Ölrests (Haben).

Im Rahmen der jeweiligen Jahreseinzelabrechnungen sind die von den einzelnen Wohnungseigentümern in der Vorwirtschaftsperiode gezahlten Kostenanteile für das nunmehr im Folgejahr verbrauchte Heizöl in Ansatz und somit in Abzug zu bringen.

 
Wichtig

Soll-Buchung

In den weiteren Folgejahren wird dann immer der Ölrest per 31.12. als Kostenposition "ÖLREST 31.12." in dem Kostenkonto Heizkosten als Soll gebucht und der Ölrest des Vorjahrs als entsprechende Habenposition.

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