Grundstückseigentümer haftet nicht für Schäden an parkenden Fahrzeugen durch herabfallende Walnüsse

Natürliches Risiko

Das AG Frankfurt hat entschieden, dass Hauseigentümer nicht für Schäden durch Walnussbäume einstehen müssen, welche über die Grundstücksgrenze ragen.

Im konkreten Fall reichten die Äste eines Walnussbaums 1,5 m auf ein Nachbargrundstück, auf dem der Kläger seinen Pkw abgestellt hatte. Der beklagte Baumbesitzer hatte den Walnussbaum regelmäßig zurückgeschnitten. Der Kläger behauptete, durch starke Winde seien mehrere mit Walnüssen und mit Nüssen behangene Äste von dem Walnussbaum auf sein Fahrzeug gefallen und hätten dabei mehrere Dellen am Gehäuse, der Motorhaube und dem Dach verursacht. Insgesamt sei ein Sachschaden von ca. 3.000 EUR entstanden. Der Kläger war der Ansicht, der Beklagte müsse dafür sorgen, dass von dem Walnussbaum keine Gefahren ausgehen.

Absehbare Gefahr

Doch das Amtsgericht befand, dass der Kläger im Herbst bei einem Walnussbaum mit dem Herabfallen von Nüssen rechnen musste, denn dies ist eine natürliche Gegebenheit. Es habe keine Anhaltspunkte dafür gegeben, dass der Baum krank gewesen ist. Grundsätzlich sei es auch im Interesse der Allgemeinheit wünschenswert, dass in Städten Nussbäume vorhanden seien; daher müssen die Verkehrsteilnehmer im Herbst damit rechnen, dass Walnussbäume ihre Nüsse verlieren. Wer unter einem Nussbaum parke, trage das allgemeine natürliche Lebensrisiko.

(AG Frankfurt, rechtskräftiges Urteil v. 11.10.2017, 32 C 365/17)

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