Grundbesitz bei Vor- und Na... / 1.5 Hoferbfolge

Sonderfall

Ein landwirtschaftlicher Hof fällt als Teil der Erbschaft kraft Gesetzes grundsätzlich nur einem der Erben zu.[1] Allerdings muss dieser Hoferbe wirtschaftsfähig i. S. d. § 6 Abs. 6 und 7 HöfeO sein. Zudem ist auch die Anordnung einer Vor- und Nacherbschaft möglich. Insoweit gilt:[2]

  • Für die Beurteilung der Hoferbfolge mit Eintritt des Nacherbfalls kommt es nicht darauf an, ob die landwirtschaftliche Besitzung, die im Zeitpunkt des Erbfalls ein Hof i. S. d. HöfeO war, bis zum Eintritt des Nacherbfalls die Hofeigenschaft verloren hat.
  • Nacherbe des Hofs wird derjenige, der zum Hoferben des Eigentümers berufen wäre, wenn dieser erst im Zeitpunkt des Nacherbfalls verstorben wäre. Voraussetzung dafür ist, dass der Nacherbe in diesem Zeitpunkt wirtschaftsfähig ist.
  • Ist keiner der in Betracht kommenden Nacherben wirtschaftsfähig, dann wird der Vorerbe im Zeitpunkt des Nacherbfalls zum Vollerben mit der Folge, dass der Hof in seinen Nachlass fällt.
[2] OLG Hamm, Beschluss v. 11.10.2013, 10 W 26/13, FamRZ 2014 S. 1068.

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