Gottwald/Mock, Zwangsvollst... / 4.14.3 Anwendbarkeit
 

Rz. 86

Nicht geschützt sind Beerdigungsinstitute, Sarghersteller, Friedhofsgärtner und ähnliche Unternehmen (BGH, Rpfleger 2006, 208 = Vollstreckung effektiv 2006, 44 = FamRZ 2006, 409 = NJW-RR 2006, 570 = WM 2006, 911 = MDR 2006, 534 = DGVZ 2006, 46 = JurBüro 2006, 441 = NJW 2006, 1600 = Der Kassenarzt 2008, Nr 2, 44 = FoVo 2008, 139). Die Ausrüstungsgegenstände der Bestattungsinstitute sind allenfalls nach Nr. 5 und 6 unpfändbar. Unmittelbar zur Bestattung bestimmt sind Leichenkleidung und Sarg. Es ist umstritten, ob ein Grabdenkmal unter Nr. 13 fällt (dagegen: OLG Köln, DGVZ 1992, 116; LG Wiesbaden, NJW-RR 1989, 575; a. A. zu Recht: LG München I, DGVZ 2003, 122; LG Oldenburg, DGVZ 1992, 92). Dies ist für die Praxis aber nahezu ohne Bedeutung, da die Pfändbarkeit bereits aus Pietätsgründen zu verneinen ist (AG Miesbach, MDR 1983, 499; KG JW 1935, 2072).

 

Rz. 87

Ein Grabstein ist wegen einer Geldforderung grds. jedenfalls dann pfändbar, wenn er unter Eigentumsvorbehalt geliefert wurde und der Steinmetz wegen seines Zahlungsanspruchs vollstreckt (BGH, Rpfleger 2006, 208 = Vollstreckung effektiv 2006, 44 = FamRZ 2006, 409 = NJW-RR 2006, 570 = WM 2006, 911 = MDR 2006, 534 = DGVZ 2006, 46 = JurBüro 2006, 441 = NJW 2006, 1600 = Der Kassenarzt 2008, Nr 2, 44 = FoVo 2008, 139). Ein Grabstein ist kein Gegenstand, der zur unmittelbaren Verwendung für die Bestattung bestimmt ist und daher dem Bestattungsbegriff unterliegt. Bis zur Aufstellung eines Grabstein kann geraume Zeit vergehen (bei Grabmälern u. U. sogar Jahre, vgl. den vom LG Hamburg, DGVZ 1990, 90 entschiedenen Fall). Er dient daher nicht der Bestattung, sondern danach dem Andenken des Verstorbenen.

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