Gesetzliche Neuerungen zum ... / 3 Die wichtigsten steuerlichen Änderungen

Neben einer Änderung des Grundfreibetrages wird vor allem das Umsatzsteuergesetz an EU-Recht angepasst.

  • Der steuerliche Grundfreibetrag steigt 2019 von 9.168 auf 9.408 Euro.
  • Änderungen im UStG betreffen vor allem die EU-Gutscheinrichtlinie.
  • Unternehmen, die Sach- und Warengutscheine sowie Wertgutscheine vergeben, müssen in Zukunft differenzieren zwischen Einzweck- und Mehrzweckgutscheinen.
  • Bei Einzelgutscheinen stehen der Ort der Lieferung oder Leistung sowie der Gegenstand oder die Dienstleistung beim Ausstellen des Gutscheins fest, bei Mehrzweckgutscheinen bleibt der Ort der Erfüllung und damit auch der Ort der anfallenden Mehrwertsteuer offen. Bei Einzelgutscheinen ist nur die Länderbezeichnung anzugeben.
  • Das Unternehmen muss bereits bei Ausstellung des Einzelgutscheins Umsatzsteuer veranschlagen, nicht aber beim Mehrzweckgutschein. Dort fällt die Umsatzsteuer erst bei Einlösung des Gutscheins an.

Mehr Geld für digitale Infrastruktur

Der Bund plant die Errichtung eines Sondervermögens für die Stärkung der Digitalisierung und die Verbesserung der digitalen Infrastruktur.

Online-Marktplätze haften für Umsatzsteuer ihrer Händler

Bislang fehlen gesetzliche Regelungen zur Bekämpfung des Umsatzsteuerbetrugs beim Handel mit Waren im Internet. Das soll sich nun durch Neuregelungen im UStG ändern, die zum 1.1.2019 in Kraft treten sollen.Mit der Neuregelung der §§ 22 e, 22 f UStG haften Betreiber von Online-Marktplätzen (Ebay) künftig für die Umsatzsteuer der Händler, die die Plattform benutzen.

  • Wer für den Onlinehandel eine Plattform für Verkäufer bereitstellt, muss künftig Daten sammeln, insbesondere die vollständige Adresse und Firmensitz des Händlers, die Versand- und Lieferadresse und auch dessen Steuernummer.
  • Datenschutzrechtlich ist der Plattformbetreiber verpflichtet, die Daten entsprechend den gesetzlichen Vorschriften zu schützen.
  • Auf diese Weise werden die Finanzämter die Lage versetzt, die Umsätze bzw. die Angaben zur Umsatzsteuererklärung zu überprüfen.
  • Der Betreiber des Internet-Marktplatzes haftet zukünftig dafür, dass der Händler die Umsatzsteuer bezahlt.
  • Betreiber einer Plattform sind künftig verpflichtet, Händler von ihrer Plattform ausschließen, wenn ihnen bekannt wird, dass diese ihren steuerlichen Pflichten nicht nachkommen.

Bei Aktienfonds werden Verbindlichkeiten steuerlich nicht mehr berücksichtigt

Mit der Investment-Steuerreform wird die Kapitalbeteiligungsquote bei Aktienfonds von bisher 51 % auf 50 % reduziert. Für die steuerliche Berechnung der Kapitalbeteiligungsquote soll nur noch das Aktivvermögen in Ansatz gebracht werden, Verbindlichkeiten werden nicht mehr berücksichtigt.

Höhere steuerliche Berücksichtigung von Reisekosten

Durch eine Änderung der Sozialversicherungsentgeltverordnung werden die Werte für Sachbezüge der Entwicklung der Verbraucherpreise angepasst. Damit werden die Sachbezugswerte für betrieblich veranlasste Reisen geändert, die Beträge für Unterkunft und Verpflegung, die im Rahmen einer Reisekostenabrechnungen steuerlich geltend gemacht werden, erhöhen sich maßvoll.

  • So steigen die steuerlich absetzbaren Beträge für Verpflegung von bisher 246 auf 251 Euro,
  • das Frühstück kann statt bisher mit 1,73 Euro künftig mit 1,77 Euro steuerlich geltend gemacht werden,
  • Mittag- und Abendessen mit 3,30 Euro statt bisher mit 3,23 Euro,
  • für die Übernachtung monatlich 231 Euro statt bisher 326 Euro.

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