Gebäude- und Inhaltsversich... / 4.1 Versicherte Gefahren und Schäden

Begriff "Nässeschaden" wurde neu eingeführt

Vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. GDV wurde in den neuen überarbeiteten Allgemeinen Bedingungen für die Leitungswasser Versicherung AWB 2008 der Begriff "Nässeschäden" neu eingeführt. Damit soll klargestellt werden, dass sich der Versicherungsschutz nicht auf Schäden an Sachen erstreckt, die durch fehlendes Leitungswasser zerstört oder beschädigt werden.

Beispiel

Rohrbruchbedingtes Fehlen von Wasser in einem Heizkessel führt zu dessen Beschädigung.

Auslaufendes Wasser aus einem Aquarium führt zum Verenden der Fische.

Bestimmungswidrig ausgetretenes Wasser

Der Leitungswasser-Versicherer leistet Entschädigung für versicherte Sachen, die durch Wasser zerstört oder beschädigt werden, das

  • aus Rohren der Wasserversorgung (Zu- und Ableitungen) oder damit verbundenen Schläuchen;

    (Der Begriff "Wasserversorgung" umfasst nicht nur die Frischwasserzuführung, sondern auch das abzuleitende Verbrauchswasser. Aus Leitungsrohren muss das Wasser bestimmungswidrig ausgetreten sein. Der Begriff Leitungsrohr schließt auch die Rohrverbindungen wie Muffen, Flanschen einschließlich Dichtungen und dgl. ein.

    Leitungsrohre einer Wasserlöschanlage fallen nicht unter den Versicherungsschutz. Wird eine entsprechende Deckung gewünscht, so ist die Klausel SK 5101 – Bestimmungswidriger Wasseraustritt aus Wasserlöschanlagen – zu vereinbaren.)

  • aus mit dem Rohrsystem der Wasserversorgung verbundenen sonstigen Einrichtungen oder deren wasserführenden Teilen;

    (dazu gehören z.B. Wasseruhren, Absperrventile, Wasserhähne, Waschmaschinen, Spülmaschinen, sonstige gewerbliche Arbeitsmaschinen des Wassergebrauchs.

    Im Übrigen dienen Einrichtungen mit geschlossenem Wasserkreislauf, wie sie insbesondere im gewerblichen Bereich betrieben werden, nicht der Wasserversorgung, und das hieraus resultierende Risiko ist nach den AWB 2008 nicht erfasst. Soll auch hierfür Deckung bestehen, bedarf es der besonderen Vereinbarung.)

  • aus den Einrichtungen der Warmwasser- oder Dampfheizung;

    (Anlagen der Warmwasser- oder Dampfheizung sind unabhängig davon erfasst, ob sie mit dem Rohrsystem der Wasserversorgung fest verbunden sind. Die Heizungsanlage ist insgesamt mit allen ihren Teilen angesprochen, die in den Wasser- oder Dampfkreislauf einbezogen sind.)

  • aus Klima-, Wärmepumpen- oder Solarheizungsanlagen;

    (Klima-, Wärmepumpen und Solarheizungsanlagen sowie daraus austretende Flüssigkeiten sind jetzt ohne weitere Vereinbarung im Rahmen der AWB 2008 mitversichert.)

  • aus Wasserbetten und Aquarien;

bestimmungswidrig ausgetreten ist.

Sole, Öle, Kühl- und Kältemittel aus Klima-, Wärmepumpen- oder Solarheizungsanlagen sowie Wasserdampf stehen Leitungswasser gleich.

Auf den Ort des Wasseraustritts kommt es nicht an

Auf den Ort des Wasseraustritts kommt es nicht an. Dieser kann auch außerhalb des Versicherungsorts liegen. Nur die Schadeneinwirkung muss innerhalb des Versicherungsorts erfolgt sein, um einen Versicherungsfall zu begründen. Bricht z.B. eine Wasserleitung unterhalb der Straßendecke und ergießt sich das Wasser in die Versicherungsräume und führt dort zu Durchnässungsschäden, liegt ein ersatzpflichtiges Schadenereignis vor.

Bruchschäden als versicherte Gefahr

Die Gebäude-Leitungswasser-Versicherung erstreckt sich darüber hinaus auf folgende Schäden:

Innerhalb des versicherten Gebäudes auf

  • frostbedingte und sonstige Bruchschäden an den Zu- oder Ableitungsrohren der Wasserversorgung und den damit verbundenen Schläuchen oder an Rohren der Warmwasser- oder Dampfheizung sowie Klima-, Wärmepumpen oder Solarheizungsanlagen
  • frostbedingte Bruchschäden an nachfolgend genannten versicherten Installationen:

    Badeinrichtungen, Waschbecken, Spülklosetts, Armaturen (z.B. Wasser- und Absperrhähne, Ventile, Geruchsverschlüsse, Wassermesser) sowie deren Anschlussschläuche,

    Heizkörper, Heizkessel, Boiler oder vergleichbare Teile von Warmwasserheizungs-, Dampfheizungs-, Klima-, Wärmepumpen- oder Solarheizungsanlagen.

Als innerhalb des Gebäudes gilt der gesamte Baukörper, einschließlich der Bodenplatte.

Soweit nichts anderes vereinbart ist, sind Rohre und Installationen unterhalb der Bodenplatte (tragend oder nichttragend) nicht versichert.

 
Hinweis

Optional kann die Mitversicherung von Rohren unterhalb der Bodenplatte vereinbart werden.

Außerhalb des versicherten Gebäudes erstreckt sie sich auf Frost- und sonstige Bruchschäden an den Zuleitungsrohren der Wasserversorgung oder an Rohren der Warmwasserheizungs-, oder Dampfheizungs- Klima-, Wärmepumpen- oder Solarheizungsanlagen, soweit

  • diese Rohre der Versorgung versicherter Gebäude oder Anlagen dienen und
  • die Rohre sich auf dem Versicherungsgrundstück befinden und
  • der Versicherungsnehmer die Gefahr trägt.

Bruchschäden an außerhalb des Gebäudes verlegten Abflussleitungsrohren sind also nicht versichert. Individuelle vertragliche Vereinbarungen sind daher erforderlich, um den Versicherungsschutz entsprechend auszuweiten. Die Vereinbarung könnte lauten:

Erweiterte Versicherung von Ableitungsrohre...

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