GDV zu Gebäudeschäden durch Starkregen und Überschwemmung – Finanzielle Hilfen vom Staat kein Ersatz für eine Versicherung

Staat hilft nur in Härtefällen

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) weist darauf hin, dass der Anteil der nur schwer bis überhaupt nicht versicherbaren Gebäuden (Zürs-Zonen 3 und 4) zwischen etwa 0,1 % in Hamburg und 3,6 % in Sachsen liegt. Der GDV warnt davor, sich im Ernstfall auf staatliche Hilfen zu verlassen, da diese allenfalls in Härtefällen greift.

Im vergangenen Jahr haben Starkregen und Überschwemmung nach Schätzungen des GDV Schäden in Höhe von rund einer halben Milliarde EUR verursacht. Mehr als die Hälfte der Hausbesitzer ist allerdings nicht gegen solche erweiterte Naturgefahren beziehungsweise Elementarschäden versichert.

Bundesweit liegt die Anbündelungsquote mit einem entsprechenden Zusatzbaustein in der Wohngebäudeversicherung bei geschätzten 43 %. Je nach Bundesland betragen die Quoten zwischen 95 % in Baden-Württemberg und 21 % in Bremen.

In der Hausratversicherung ist sogar nur bei etwa 6,3 Millionen der 26,3 Millionen Verträge ein solcher Zusatzbaustein vereinbart (Stand 2017). Dies entspricht einer Anbündelungsquote von nicht einmal einem Viertel.

Unterschiede zwischen den Bundesländern

Für staatliche Hilfen gelten in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedliche Regelungen. So gibt es in einigen Bundesländern generelle Richtlinien, in anderen nicht. Teilweise gibt es Aussagen seitens der Regierung zu finanzieller Unterstützung in Härtefällen und zur notwendigen Eigenvorsorge des Hausbesitzers.

Laut GDV gilt grundsätzlich der Beschluss der Konferenz der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder. Danach kann nur noch derjenige mit staatlicher Unterstützung über sogenannte Soforthilfen hinaus rechnen, der sich erfolglos um eine Versicherung bemüht hat oder ihm diese nur zu wirtschaftlich unzumutbaren Bedingungen angeboten worden ist.

Zürs-Zonen 3 und 4

Dies dürfte in erster Linie für die Häuser gelten, die im Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen "Zürs Geo" in die Gefährdungsklassen 3 und 4 eingeordnet sind. In letztgenannter Zone liegt die statistische Wahrscheinlichkeit für ein Hochwasser laut GDV bei einmal alle 10 Jahre. In die Gefährdungsklassen 3 und 4 sind bundesweit rund 365.000 der etwa 21,4 Millionen erfassten Häuser eingruppiert. In etwa jedes dritte Bauwerk davon ist in die höchste Risikoklasse eingeteilt (nach absoluten Zahlen circa 130.000). Letzteres entspricht einem Anteil von 0,6 %.

Je nach Bundesland zeigen sich jedoch gehörige Unterschiede. Der Anteil der Häuser in Zone 4 liegt zwischen unter 0,1 % in Bremen und Hamburg sowie 0,9 % in Thüringen und Bayern. In Sachsen ist mit 3,6 % der höchste Anteil an Gebäuden in den beiden höchsten Gefährdungsklassen zu beobachten.

Weitere Informationen finden Sie unter www.gdv.de.

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