Familienrecht in Corona-Zeiten / 2.9 Obliegenheit zur Reduzierung der Altersvorsorgeaufwendungen

Grundsätzlich ist (auch beim Kindesunterhalt) eine ergänzende (sekundäre) Altersvorsorge zu berücksichtigen und daher entsprechende monatliche Rücklagen abzugsfähig. Denn die eigene angemessene Altersvorsorge geht der Sorge für die Unterhaltsberechtigten grundsätzlich vor. Da es heute als sicher gilt, dass die primäre Vorsorge für die Altersversorgung künftig nicht mehr ausreichen wird, sind dem Unterhaltspflichtigen geeignete Vorkehrungen zuzubilligen sind, um nicht seinerseits später seine eigenen Kinder auf Unterhalt in Anspruch nehmen zu müssen. Im Einzelfall muss dabei aber eine umfassende Gesamtabwägung erfolgen.[1] Angesichts dessen scheint es naheliegend, dass auch diese Zahlungen soweit wie möglich vorläufig einzustellen (also derzeit nicht abzugsfähig) sind, beruft man sich im Gegenzug auf coronabedingte Einkommensminderungen.[2]

[2] Götsche, Corona im Familienrecht: Ehescheidung und Vermögensrecht (Teil 2), jurisPR 11/2020 Anm. 1.

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