Entscheidungsstichwort (Thema)

Vorlage zur Vorabentscheidung. Rechtsangleichung. Herstellung, Aufmachung und Verkauf von Tabakerzeugnissen. Gültigkeit. Rechtsgrundlage. Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Subsidiaritätsgrundsatz. Unionsgrundrechte. Freiheit der Meinungsäußerung

 

Normenkette

Charta der Grundrechte der Europäischen Union Art. 11; Richtlinie 2014/40/EU Art. 7, 18, 24 Abs. 2-3, Art. 8 Abs. 3, Art. 9 Abs. 3, Art. 10 Abs. 1, Art. 13-14; AEUV Art. 114

 

Beteiligte

Philip Morris Brands u.a

The Queen

Philip Morris Brands SARL

Philip Morris Ltd

British American Tobacco UK Ltd

Secretary of State for Health

 

Tenor

1. Art. 24 Abs. 2 der Richtlinie 2014/40/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 3. April 2014 zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Herstellung, die Aufmachung und den Verkauf von Tabakerzeugnissen und verwandten Erzeugnissen und zur Aufhebung der Richtlinie 2001/37/EG ist dahin auszulegen, dass die Mitgliedstaaten weitere Anforderungen in Bezug auf Aspekte der Verpackung von Tabakerzeugnissen beibehalten oder einführen können, die durch diese Richtlinie nicht harmonisiert sind.

2. Art. 13 Abs. 1 der Richtlinie 2014/40 ist dahin auszulegen, dass die Kennzeichnung der Packung, die Außenverpackung und das Tabakerzeugnis selbst keine Informationen enthalten dürfen, die Gegenstand dieser Bestimmung sind, selbst wenn sie inhaltlich zutreffen.

3. Die Prüfung der Vorlagefragen des High Court of Justice (England & Wales), Queen's Bench Division (Administrative Court) (Hoher Gerichtshof [England und Wales], Abteilung Queen's Bench [Verwaltungsgericht]), hat nichts ergeben, was die Gültigkeit von Art. 7, Art. 18 und Art. 24 Abs. 2 und 3 sowie der Bestimmungen von Titel II Kapitel II der Richtlinie 2014/40 berühren könnte.

 

Tatbestand

In der Rechtssache

betreffend ein Vorabentscheidungsersuchen nach Art. 267 AEUV, eingereicht vom High Court of Justice (England & Wales), Queen's Bench Division (Administrative Court) (Hoher Gerichtshof [England und Wales], Abteilung Queen's Bench [Verwaltungsgericht], Vereinigtes Königreich), mit Entscheidung vom 7. November 2014, beim Gerichtshof eingegangen am 1. Dezember 2014, in dem Verfahren

The Queen, auf Antrag von

Philip Morris Brands SARL,

Philip Morris Ltd,

British American Tobacco UK Ltd

gegen

Secretary of State for Health,

Beteiligte:

Imperial Tobacco Ltd,

JT International SA,

Gallaher Ltd,

Tann UK Ltd,

Tannpapier GmbH,

V. Mane Fils,

Deutsche Benkert GmbH & Co. KG,

Benkert UK Ltd,

Joh. Wilh. von Eicken GmbH

erlässt

DER GERICHTSHOF (Zweite Kammer)

unter Mitwirkung der Präsidentin der Ersten Kammer R. Silva de Lapuerta in Wahrnehmung der Aufgaben des Präsidenten der Zweiten Kammer sowie der Richter J. L. da Cruz Vilača, A. Arabadjiev (Berichterstatter), C. Lycourgos und J.-C. Bonichot,

Generalanwältin: J. Kokott,

Kanzler: I. Illéssy, Verwaltungsrat,

aufgrund des schriftlichen Verfahrens und auf die mündliche Verhandlung vom 1. Oktober 2015,

unter Berücksichtigung der Erklärungen

  • der Philip Morris Brands SARL und der Philip Morris Ltd, vertreten durch M. Demetriou und K. Nairn, QC, sowie D. Piccinin und J. Egerton-Peters, Barristers,
  • der British American Tobacco UK Ltd, vertreten durch N. Pleming, QC, S. Ford und D. Scannell, Barristers, und L. Van Den Hende, advocaat, beauftragt von A. Lidbetter, Solicitor,
  • der Imperial Tobacco Ltd, vertreten durch D. Rose, QC, B. Kennelly und J. Pobjoy, Barristers, beauftragt von E. Sparrow und J. Gale, Solicitors,
  • der JT International SA und der Gallaher Ltd, vertreten durch J. MacLeod, D. Anderson und J. Flynn, QC sowie V. Wakefield, Barrister, beauftragt von A. Morfey, T. Snelling und T. Baildam, Solicitors,
  • der Tann UK und der Tannpapier GmbH, vertreten durch T. Johnston, Barrister, beauftragt von S. Singleton, Solicitor,
  • der V. Mane Fils, vertreten durch M. Chamberlain, QC, und Z. Al-Rikabi, Barrister, beauftragt von P. Wareham und J. Robinson, Solicitors,
  • der Deutsche Benkert GmbH & Co. KG und der Benkert UK Ltd, vertreten durch A. Henshaw und D. Jowell, QC, beauftragt von M. Evans und F. Liberatore, Solicitors,
  • der Joh. Wilh. von Eicken GmbH, vertreten durch A. Howard, Barrister, und A.-M. Irwin, Solicitor, beauftragt von A. Rook, Solicitor,
  • der Regierung des Vereinigten Königreichs, vertreten durch V. Kaye und C. Brodie als Bevollmächtigte im Beistand von M. Hoskins und I. Rogers, QC, sowie S. Abram und E. Metcalfe, Barristers,
  • von Irland, vertreten durch J. Quaney und A. Joyce als Bevollmächtigte im Beistand von E. Barrington und J. Cooke, SC, sowie E. Carolan, BL,
  • der französischen Regierung, vertreten durch D. Colas und R. Coesme als Bevollmächtigte,
  • der italienischen Regierung, vertreten durch G. Palmieri als Bevollmächtigte im Beistand von P. G. Marrone, avvocato dello Stato,
  • der ungarischen Regierung, vertreten durch M. Z. Fehér, G. Koós und M. Bóra als Bevollmächtigte,
  • der polnischen Regierung, vertreten durch B. Majczyna als Bevollmächtigten,
  • der portugiesischen Regierung, vertreten durch L. I...

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