Einstandspflicht des Hausratsversicherers für beschädigte Eingangstür?

Ersatz für beschädigte Eingangstür?

Selbst wenn nicht feststeht, ob und welche konkreten Gegenstände bei einem Hausratversicherungsschaden tatsächlich entwendet worden sind, kann der Schaden an der im Zuge des versuchten Einbruchdiebstahls beschädigten Eingangstür ersatzfähig sein.

Versicherer bezweifelt Einbruch

Der Hauseigentümer hatte behauptet, dass in seine Wohnung eingebrochen worden sei. Unbekannte Täter hätten die Wohnungstür aufgebrochen und anschließend Geld, Schmuck und sonstige Wertgegenstände entwendet. Der Hausratversicherer verweigerte die Zahlung, weil aus seiner Sicht keine stimmigen Einbruchspuren vorlagen. Er bezweifelte auch die Entwendung der angegebenen Gegenstände.

Misslungene Nachweis­führung

Zwar gelang es dem Versicherungsnehmer nicht, den Nachweis zu führen, dass sich die von ihm als gestohlen gemeldeten Sachen vor dem Einbruch in der Wohnung befunden hatten und anschließend nicht mehr vorhanden waren. Das äußere Bild einer bedingungsmäßigen Entwendung konnte weder durch Zeugenaussagen noch durch eigene Bekundungen des Versicherungsnehmers untermauert werden.

Fall des versuchten Diebstahls

Nach den vereinbarten Versicherungsbedingungen war der Versicherer indessen für einen versuchten Einbruchdiebstahl einstandspflichtig. Deshalb musste er für die Reparaturkosten bezüglich der Gebäudeteile aufkommen, die durch den Einbruchdiebstahl oder den Versuch eines solchen entstanden waren. Auch wenn der Versicherungsnehmer den Nachweis des Abhandenkommens bestimmter Gegenstände nicht erbringen konnte, hatte nach Überzeugung der Richter – gestützt auf die persönlichen Aussagen des Versicherungsnehmers und die Angaben von Zeugen sowie die polizeiliche Tatortarbeit – zumindest ein versuchter Einbruchdiebstahl vorgelegen.

(OLG Naumburg, Urteil v. 24.1.2014, 4 U 99/11)

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