Das häusliche Arbeitszimmer... / 5.1 Raumkosten
 

Rz. 472

Berücksichtigungsfähig sind alle Aufwendungen, die mit der Nutzung in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen und die im Vermietungsfall Werbungskosten wären (z. B. Gebäude-AfA, Reparaturkosten, Zinsen etc.). Daneben können noch die anteiligen Kosten für Strom, Heizung und Reinigung abgezogen werden.

Unkosten, die ausschließlich für das Arbeitszimmer anfallen, z. B. für Tapezierarbeiten, sind in voller Höhe dem Arbeitszimmer zuzuordnen.

Die nicht direkt dem Arbeitszimmer zuzuordnenden Raumkosten sind nach dem Verhältnis der Arbeitszimmerfläche zur gesamten Wohnfläche der Wohnung oder des Hauses einschließlich der des Arbeitszimmers zu ermitteln.

Zu den anteilig abzugsfähigen Aufwendungen gehören insbesondere:

  • Gebäude-AfA, Absetzungen für außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzung, Sonderabschreibungen,
  • Schuldzinsen für Kredite, die zur Anschaffung, Herstellung oder Reparatur der Eigentumswohnung oder des Gebäudes verwendet worden sind,
  • Wasser- und Energiekosten,
  • Reinigungskosten, wenn die Arbeiten nicht von der Ehefrau des Steuerpflichtigen oder einer im Haushalt lebenden Person ausgeführt werden,
  • Grundsteuer,
  • Wohngeld ohne Instandhaltungsrücklage,
  • Hausratversicherungen,
  • Renovierungskosten, auch soweit sie aus der Instandhaltungsrücklage bezahlt worden sind, sowie
  • die Aufwendungen für die Ausstattung des Zimmers, wie z. B. Tapeten, Teppiche, Fenstervorhänge, Gardinen und Lampen.

Als Abschreibung für den als Arbeitszimmer genutzten Gebäudeteil kommt bei Arbeitnehmern normalerweise nur die lineare AfA nach § 7 Abs. 4 EStG in Betracht. Bei Gewerbetreibenden und Freiberuflern ist evtl. auch die AfA für Wirtschaftsgebäude möglich. Nicht in Betracht kommt die degressive AfA nach § 7 Abs. 5 Satz 1 Nr. 3 EStG, weil das Arbeitszimmer nicht fremden Wohnzwecken dient.

 

Rz. 473

 

Praxis-Beispiel

In der Eigentumswohnung (Bj. 2003) mit 100 qm Wohnfläche wird ein Raum mit 13,5 qm (= 13,5 % v. 100 qm) ausschließlich als Arbeitszimmer eines Arbeitnehmers (Telearbeitsplatz) genutzt. Die gesamten im Jahr 2008 bezahlten Schuldzinsen betrugen 6.300 EUR, das Wohngeld ohne Instandhaltungsrücklage 1.800 EUR, die Grundsteuer 350 EUR, die Stromkosten 650 EUR, die Hausratversicherung 250 EUR und die aus der Instandhaltungsrücklage entnommenen Reparaturen 300 EUR. Die Anschaffungskosten (ohne Grund- und Bodenanteil) beliefen sich auf 180.000 EUR. Für 2007 errechnen sich die Werbungskosten für das Arbeitszimmer wie folgt:

 
Zinsen 6.300 EUR
Wohngeld (ohne Beiträge zur Rücklage) 1.800 EUR
Reparaturen aus Rücklage bezahlt 300 EUR
Grundsteuer 350 EUR
Stromkosten 650 EUR
Hausratversicherung 250 EUR
Summe 9.650 EUR
hiervon abzugsfähig 13,5 % 1.303 EUR
zuzüglich Abschreibung: Bemessungsgrundlage: 13,5 % von 180.000 EUR = 24.300 EUR  
AfA nach § 7 Abs. 4 EStG: 2 % von 24.300 EUR 486 EUR
Werbungskosten insgesamt 1.789 EUR

Daneben können noch die Aufwendungen für die Einrichtungsgegenstände, die als Arbeitsmittel gelten, als Werbungskosten abgezogen werden.

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