Besondere elektronische Anwaltspostfach
 

Zusammenfassung

Die Plattform für das besondere elektronische Anwaltspostfach wurde von der BRAK am 27.12.2017 offline genommen. Das beA musste wegen Sicherheitsmängeln gestoppt werden. Grund: Die zertifizierte Signatur für die Anmeldung wurde als unsicher eingestuft und von T-Systems eingezogen, nachdem ein Mitglied des Chaos Computer Club Darmstadt herausfand und meldete, dass ein wichtiger Code für die Authentifizierung sämtlicher Anwälte öffentlich abrufbar war. Des Weiteren hat sich im Januar eine weitere umfassende Sicherheitslücke aufgetan. Aus diesem Grund empfiehlt die BRAK allen Anwältinnen und Anwälten, ihre bisherige Client Security zu deaktivieren. Die Deaktivierung der beA Client Security kann auf zwei Weisen geschehen: Entweder durch Deinstallation oder durch Schließen der Client Security auf dem Rechner und das anschließende Entfernen der Client Security aus dem Autostart des Rechners. Dies ist eines der Ergebnisse des am 26.1.2018 von der Bundesrechtsanwaltskammer durchgeführtem beAthon, einem Austausch über Sicherheitsfragen zum besonderen elektronischen Anwaltspostfach (beA). Die mögliche Sicherheitslücke wird darüber hinaus mit der im Rahmen des beAthon vorgestellten neuen Version der Client Security automatisch behoben werden.

Die eigentlich seit dem 1.1.2018 geltende Nutzungspflicht ist daher bis auf weiteres nicht erfüllbar. Dennoch sollte jede Kanzlei auf das beA vorbereitet und alle Nutzungsvoraussetzungen geschaffen werden, denn sobald die Sicherheitsmängel behoben und die Plattform wieder nutzbar ist, gilt grundsätzlich die Nutzungspflicht. Die Bundesrechtsanwaltskammer hat allerdings in diesem Zusammenhang auf Ihrer Homepage darauf hingewiesen, dass mit einer angemessenen Frist zwischen Ankündigung und Wiederinbetriebnahme der beA-Plattform gerechnet werden kann. "Wie lange dieser Zeitraum genau sein wird, wird die BRAK bekannt geben, sobald technische Fragen mit dem entsprechenden Dienstleister geklärt sind. Die Frist kann einen Zeitraum von zwei Wochen umfassen" (http://bea.brak.de/fragen-und-antworten/e-bea-muss-vorerst-offline-bleiben-fragen-und-antworten/).

beA = Digital: Wie funktioniert es?

Post wird digital empfangen und versendet, Arbeitserleichterungen und Kostenersparnis sollten Kanzleien motivieren, die letztlich alternativlose Einführung der digitalen Akte voranzutreiben. Die Justiz will ab 2026 digitale Akten führen. Innovative Anwaltskanzleien führen bereits digitale Akten oder stellen sukzessive von der Papierakte auf die digitale Akte um.

Wie funktioniert es? Das beA "produziert" beim Versenden und Empfangen einer einzelnen Nachricht eine ZIP-Datei, die

  • neben dem reinen Dokument
  • die Visitenkarte des Absenders,
  • das Nachrichtenfeld,
  • das Prüfprotokoll, ggf. eine Signaturdatei
  • sowie die Exportdatei als HTML-Dokument enthält.

Darüber hinaus wird ein maschinenlesbares XML-Dokument im Umfang von knapp 300 Seiten erstellt. 1 MB und mehr kann je nach Dokumentenumfang zusammenkommen.

Die Schnittstellen zu den Anwaltssoftwareanbietern werden meist mit dem Jahresupdate 2017/2018 kommen, häufig wird für die Bedienung ein beA-Softwarezertifikat - zusätzlich zur beA-Karte für die Registrierung - benötigt.

Gut, wenn man sich auf der Webseite www.bea-brak.de bereits mit den Einstellungen vertraut gemacht hat und startklar für die eigentlich seit 1.1.2018 geltende Empfangsbereitschaft (momentan vorläufige Aussetzung, s.o.) ist.

Registrierung und zum Anmelden am beA-Postfach

Zur Registrierung und zum Anmelden am beA-Postfach braucht jeder Anwalt neben dem PC und der Internetverbindung für jeden PC eine Java-basierte Software, die Client Security.

  • Ohne diese Software, die auf der Startseite des beA heruntergeladen werden kann, kann das beA nicht funktionieren.
  • Jeder Berufsträger braucht seine eigene beA-Karte und ein Kartenlesegerät.

Was machen Anwälte, die nicht rechtzeitig beA-startklar sind?

Der Anwaltsdienstleister Soldan bietet allen, die nicht schnell genug waren oder den Schritt in die digitale Welt noch nicht machen wollen, einen beA-Postfach-Service an.

Mit einem Umweg über die Deutsche Post wird die im beA eingehende Post ausgedruckt und per Postbote überbracht.

beA - Einrichtung

Was ganz leicht zu handeln sein sollte, ist leider nicht ganz so trivial.

Viele Anwälte, gerade in kleinen Kanzleien, kapitulieren schlicht vor den technischen Notwendigkeiten, die beA einfordert.

  • Unverträglichkeiten bei Browsern,
  • anderen Softwareprogrammen
  • und "unerwartete Fehler"

machen den beA-Start keineswegs einfach.

Wer lieber Honorare für Rechtsdienstleistungen generiert, als sich notgedrungen zum Techniker zu entwickeln, sollte zum Festpreis einen IT-Experten anheuern, der die Installation vornimmt und auch bei der Registrierung und ggf. Einrichtung des beA hilft. Ein oder zwei It-afiner Mitarbeiter sollten ihm dabei an den Fersen kleben und sich als Key-User in das Thema einarbeiten.

BeA-Registrierung = Empfangsbereitschaft?

Immer noch sind viele Anwälte verunsichert, ob sie mit der Registrierung des beA...

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