1. Vom Bruttoeinkommen sind die Steuern und die Vorsorgeaufwendungen abzuziehen. Zu diesen zählen die Aufwendungen für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung oder die angemessene private Kranken- und Altersvorsorge.

2. Urlaubs und Weihnachtsgeld sowie sonstige Zuwendungen des Arbeitgebers (Tantiemen, Jubiläumszuwendungen) sind ebenso Einkommen wie Steuerrückzahlungen. Sie werden in der Regel auf das Jahr der Leistung umgelegt und mit den Nettobeträgen angerechnet.

Überstundenvergütungen werden in der Regel in vollem Umfang dem Einkommen zugerechnet, soweit sie in geringem Maße anfallen oder berufsüblich sind.

3. Auslösungen und Spesen sind nach den Umständen des Einzelfalles anzurechnen. Soweit solche Zuwendungen geeignet sind, laufende Lebenshaltungskosten zu ersparen, ist diese Ersparnis nach den Umstanden des Einzelfalles zu schatzen und dem Einkommen zuzurechnen.

4. Abfindungen dienen dem Ersatz des fortgefallenen Arbeitsverdienstes. Sie sind deshalb in der Regel monatlich mit dem Differenzbetrag zwischen dem bisherigen Arbeitsverdienst und den tatsächlichen Einkünften. (Arbeitslosengeld, neue Erwerbseinkünfte) in Ansatz zu bringen, bis sie verbraucht sind.

5. Sozialleistungen mit Einkommensersatzfunktion (Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe, Kurzarbeitergeld, Schlechtwettergeld, Konkursausfallgeld, Streikgeld. Krankengeld, Krankenhaustagegeld, Mutterschaftsgeld, Alters- Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrente, Versorgungen nach beamtenrechtlichen Grundsätzen) sind Einkommen.

6. Vom Pflegegeld für Pflegekinder ist der Anteil, durch den die Bemühungen der Pflegeperson anerkannt werden sollen, deren Einkommen.

7. Wohngeld gleicht in der Regel erhöhten Wohnbedarf aus und ist deshalb nicht als Einkommen zu behandeln.

8. Freiwillige Zuwendungen Dritter sind nicht als Einkommen anzusehen. wenn dies nach ihrem Zweck nicht angemessen ist.

9. Soweit der Verpflichtete im eigenen Haus wohnt, ist der Wohnwert seinem Einkommen hinzuzurechnen. Hierbei ist in der Regel davon auszugehen, dass der Verpflichtete bis zu einem Drittel seines Einkommens für seinen Wohnbedarf aufwenden würde. Soweit dieser Betrag die tatsächlichen Aufwendungen (Betriebskosten und Zinsendienst) übersteigt, ist er als Ersparnis seinem Einkommen hinzuzurechnen. Die Berücksichtigung von Tilgungsanteilen richtet sich nach Nr. 14.

10. Kindergeld gehört nicht zum anrechenbaren Einkommen, weil es seiner Zweckbestimmung nach die den Kindern gegenüber bestehende Unterhaltslast erleichtern soll. somit als ein nur die Leistungsfähigkeit erhöhendes Einkommen anzusehen ist (s. im übrigen unter Nr. 27).

Kinderzulagen und Kinderzuschüsse zur Rente sind, wenn die Gewahrung des Kindergeldes deshalb entfällt (§§ 65 EStG. 4 Abs. 1 BKGG), in dessen Höhe wie Kindergeld zu behandeln. Im übrigen sind Zuschüsse und Zulagen zur Rente wie auch familien- und kinderbezogene Einkommensbestandteile Teil des Einkommens.

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