Bausparen und Bausparfinanz... / 5.1 Wohnungsbauprämien

Einkommensgrenzen

Nach dem Wohnungsbauprämiengesetz können natürliche Personen für Sparleistungen auf einen Bausparvertrag Wohnungsbauprämien erhalten, wenn sie unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind und die Einkommensgrenze von 25.600 EUR bei Alleinstehenden und von 51.200 EUR bei Verheirateten nicht überschreiten.

Maßgebend ist das Einkommen in dem Jahr der Sparleistung. Zu berücksichtigen ist nicht der Bruttojahresverdienst, sondern das zu versteuernde Einkommen, das sich nach Abzug aller steuerlichen Freibeträge ergibt.

Maßgebliche Einkommensgrenzen 2005:

Die angegebenen Beträge verstehen sich als Bruttoarbeitslöhne in 2005 unter Berücksichtigung der dem Arbeitnehmer zustehenden Pausch- und Freibeträge und unter der Voraussetzung, dass keine anderen Einkünfte vorliegen.

Unter Personenkreis A fallen rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer, unter Personenkreis B nicht rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer (z.B. Beamte, Richter, Berufssoldaten).

 
Alleinstehende Personenkreis A Personenkreis B
a) ohne Kinder 28.614 EUR 28.056 EUR
b) mit Kindern Elternteil, dem die Kinder zugeordnet werden, der andere leistet Unterhalt Elternteil, dem die Kinder nicht zugeordnet werden, der aber Unterhalt leistet Elternteil, dem die Kinder zugeordnet werden, der andere leistet Unterhalt Elternteil, dem die Kinder nicht zugeordnet werden, der aber Unterhalt leistet
1 Kind 32.910 EUR 31.576 EUR 32.268 EUR 30.960 EUR
2 Kinder 35.872 EUR 34.538 EUR 35.172 EUR 33.864 EUR
3 Kinder 38.834 EUR 37.500 EUR 38.076 EUR 36.768 EUR
 
Zusammenveranlagte Ehegatten - ein Arbeitnehmer Personenkreis A Personenkreis B
a) ohne Kinder 56.290 EUR 55.192 EUR
b) mit Kindern
1 Kind 62.214 EUR 61.000 EUR
2 Kinder 68.025 EUR 66.808 EUR
3 Kinder 73.833 EUR 72.616 EUR
 
Zusammenveranlagte Ehegatten - zwei Arbeitnehmer Personenkreis A Personenkreis B
a) ohne Kinder 57.228 EUR 56.112 EUR
b) mit Kindern
1 Kind 63.137 EUR 61.920 EUR
2 Kinder 68.945 EUR 67.728 EUR
3 Kinder 74.753 EUR 73.536 EUR

Höchstsätze

Die Aufwendungen (Sparleistungen) sind bei Alleinstehenden (Ledige, Verwitwete, geschiedene und dauernd getrennt lebende Ehegatten) je Kalenderjahr bis zu 512 EUR prämienbegünstigt. Bei Ehegatten, die während des ganzen Kalenderjahres verheiratet waren, nicht dauernd getrennt gelebt haben und mindestens während eines Teils des Sparjahres beide unbeschränkt einkommensteuerpflichtig waren, beträgt der Höchstsatz 1.024 EUR.

Für diese Bauspareinzahlungen wird eine Wohnungsbauprämie von 8,8 % (vor 2004: 10 %) gewährt. Dies bedeutet, dass man als Alleinstehender max. 45,06 EUR bzw. als Verheiratete 90,11 EUR erhalten kann. Prämienberechtigt ist man schon ab dem 16. Lebensjahr. Eine Wohnungsbauprämie wird nur noch bei einer Mindesteinzahlung von 50 EUR pro Jahr gewährt.

Prämienbegünstigt

Zu den begünstigten Bausparbeiträgen gehören sämtliche auf den Bausparvertrag geleisteten Zahlungen, gleichgültig ob in Form vertraglich vereinbarter Regelsparbeiträge oder in Form freiwilliger Sonderzahlungen. Auch für Bausparbeiträge, die erst nach der Zuteilung des Bausparvertrags eingezahlt werden, gibt es eine Wohnungsbauprämie - allerdings nur so lange, wie die Bausparsumme noch nicht erreicht ist (BFH, Urteil 5.3.1976, VI R 157/73, BStBl II 1976, 405). Ferner gehören dazu die Umschreibegebühr (wenn man einen Bausparvertrag käuflich erworben hat) und gutgeschriebene Guthabenzinsen.

U.U. auch Abschlussgebühr

Auch die Abschlussgebühr für einen Bausparvertrag gehört zu den begünstigten Bausparbeiträgen. Sie kann aber auch als Werbungskosten bei den Einkünften, aus Kapitalvermögen geltend gemacht werden, wenn der Abschluss des Bausparvertrags in keinem engen zeitlichen und wirtschaftlichen Zusammenhang mit der Verwirklichung eines Bauvorhabens steht und wenn auf Dauer gesehen die Zinsgutschriften höher sind als die Abschlussgebühr. Doch von einem solchen Werbungskostenabzug ist abzuraten, wenn man aufgrund des Einkommens zur Wohnungsbauprämie berechtigt ist: Denn wenn man den Werbungskostenabzug beantragt, gewährt das Finanzamt keine Wohnungsbauprämie (OFD Frankfurt/M. v. 20.1.1995, S 2221 A-70-St II 22, FR 1995, 388).

Nicht begünstigt sind Wohnungsbauprämien, das Entgelt, das man bei Kauf eines Bausparvertrags an den Vorbesitzer zahlt, sowie Beiträge, die der Arbeitgeber als vermögenswirksame Leistungen auf den Bausparvertrag eingezahlt hat.

Prämie vom Finanzamt

Der Bausparer muss jedes Jahr einen Antrag auf die Prämie bei der Bausparkasse stellen, die dann diesen Antrag an das zuständige Finanzamt weiterleitet. Jedoch wird die vom Finanzamt festgesetzte Bausparprämie nur noch im Kontoauszug des Bausparers vorgemerkt.

Gutschrift

Erst wenn der Bausparvertrag zugeteilt ist bzw. wenn die Sperrfrist abgelaufen oder der Bausparer den Bausparvertrag für wohnungswirtschaftliche Zwecke nutzt, fordert die Bausparkasse die vom Finanzamt festgesetzten Prämien an.

 
Hinweis

Hinweis

Für Bausparbeiträge, die man einzahlt, hat man mit dem Antrag jeweils zwei Jahre Zeit. Es empfiehlt sich jedoch, den ...

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