Anhang zu § 10 Die Durchset... / 3. Anspruchshöhe
 

Rz. 49

Eine nach dem Miteigentumsanteil berechnete Quote des gesamten Mängelbeseitigungsaufwands bewirkt regelmäßig keinen angemessenen Ausgleich, wenn ein behebbarer Mangel des gemeinschaftlichen Eigentums sich auch an dem Sondereigentum auswirkt, weil unberücksichtigt bleibt, wie stark sich der Mangel im Sondereigentum auswirkt. Wird z.B. bei einem nicht behebbaren Mangel Wertminderung verlangt, kommt es allein darauf an, welchen Wertverlust die Wohnung durch die fortwirkenden Beeinträchtigungen des Mangels erleidet.[112] Gleiches gilt, wenn der Schaden nach den für die Mängelbeseitigung erforderlichen Kosten berechnet wird. Dass der einzelne Wohnungseigentümer im Falle der Mangelbeseitigung gemäß § 16 Abs. 2 WEG nur einen Instandsetzungsbeitrag zu leisten hat, der seinem Miteigentumsanteil entspricht, entlastet den Veräußerer nicht.[113]

 

Rz. 50

Für die werkvertragliche Mängelhaftung gilt, dass jeder einzelne Erwerber Anspruch auf die mangelfreie Herstellung des gesamten gemeinschaftlichen Eigentums hat.[114] Dieser werkvertraglich den einzelnen Erwerbern geschuldete Erfolg setzt sich bei den Mängelhaftungsansprüchen fort. Obwohl der einzelne Erwerber die Herstellungskosten nur anteilig schuldet, umfasst sein Anspruch auf Schadensersatz die gesamten Kosten, die zur Beseitigung des Mangels am gemeinschaftlichen Eigentum erforderlich sind. Wegen dieser werkvertraglichen Erfolgshaftung ist eine Beschränkung des Anspruchs auf die Quote auch dann nicht geboten, wenn auch Wohnungseigentümer begünstigt werden, die als Zweiterwerber keine werkvertraglichen Ansprüche haben oder die wegen Verjährung keine Ansprüche mehr haben. Gesichtspunkte der Schadensberechnung rechtfertigen kein anderes Ergebnis. Der einzelne Wohnungseigentümer hätte zwar gemäß § 16 Abs. 2 die Kosten für eine Beseitigung des Mangels nur anteilig zu tragen, wenn die Instandsetzung des gemeinschaftlichen Eigentums nach § 21 Abs. 5 Nr. 2 durch die Wohnungseigentümer erfolgte. Dieses im Innenverhältnis der Wohnungseigentümer geltende Prinzip rechtfertigt es aber nicht, den Anspruch zum Vorteil des Schuldners auch im Außenverhältnis zu verkürzen.[115] Zu berücksichtigen ist, dass der als Schadensersatz zu leistende Betrag dem einzelnen Erwerber nicht zur freien Verfügung zufließt, sondern allen Wohnungseigentümern, die über die Verwendung des Betrages zu entscheiden haben.

[112] BGH VII ZR 372/89, NJW 1991, 2480.
[113] BGH VII ZR 372/89, NJW 1991, 2480; a.A. Weitnauer, JZ 1991, 145; Hauger, WE 1994, 38, 40.
[114] BGH VII ZR 372/89, NJW 1991, 2480.
[115] Bärmann/Suilmann, § 10 Rn 274; a.A. Weitnauer/Briesemeister, Anh. § 8 Rn 72.

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