Abstimmung in der Eigentüme... / 1.4 Stimmabgabe

Ist der Beschlussantrag verlesen und die Beschlussfähigkeit festgestellt, so bittet der Versammlungsleiter um Abgabe der Stimmen. Soweit die Gemeinschaftsordnung keine bestimmte Form der Abstimmung in der Eigentümerversammlung vorsieht, ist sie formfrei. Üblich ist die offene Abstimmung durch Handheben.

 

Hinweis

Stimmrechtsvollmacht

Abwesende Wohnungseigentümer können sich bekanntlich bei Abgabe ihrer Stimme durch entsprechende Stimmrechtsvollmacht vertreten lassen. Zu beachten ist freilich, dass die Nichtausübung einer übertragenen Stimmrechtsvollmacht kein erfolgreiches Argument für eine Beschlussanfechtung ist. Auch etwa die Weigerung des Verwalters als Vertreter mit Stimmrechtsbindung für einen urlaubsabwesenden Eigentümer aufzutreten, rechtfertigt weder eine erfolgreiche Anfechtungsklage noch eine Kostentragungspflicht des beigeladenen Verwalters im erfolglosen Anfechtungsprozess. Im Übrigen ist zu beachten, dass allein eine Vereinbarung, nach der die Schriftform für die Erteilung der Vollmacht erforderlich ist, nicht zur Unwirksamkeit einer nicht dieser Form entsprechenden Vollmacht führt. Etwas anderes gilt nur, wenn vereinbart ist, dass die Stimmabgabe durch einen Bevollmächtigten nur dann wirksam sein soll, wenn dieser eine schriftliche Vollmachtsurkunde vorlegen kann.

 

Hinweis

Geheime Abstimmung möglich

Mit einem Beschluss zur Geschäftsordnung kann die Versammlung eine andere Form der Abstimmung, z. B. die geheime Abstimmung, mehrheitlich beschließen.

 

Hinweis

Kein Widerruf abgegebener Stimmen

Die in der Eigentümerversammlung abgegebene Stimme eines Wohnungseigentümers bei der Abstimmung über einen Beschlussantrag kann nicht mehr widerrufen werden, wenn sie dem Versammlungsleiter zugegangen ist.

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