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Die Diskussion um ein Arbeitsrecht 4.0 wird weitgehend durch die Debatte um eine Reform des ArbZG dominiert. Ein zunehmender Bedarf der Flexibilisierung der Arbeitszeit wird nicht nur von Arbeitgeberseite, sondern zunehmend auch auf Arbeitnehmerseite geäußert. Die konkreten Bedürfnisse gehen dabei naturgemäß weit auseinander. Während sich die Unternehmen einen flexibleren Personaleinsatz erhoffen, um der steigenden "On Demand"-Mentalität der Kunden gerecht zu werden, möchte die Arbeitnehmerseite eine selbstbestimmtere Verteilung der Arbeitszeit, um Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren zu können, sei es für die Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen. Daneben wünschen sich immer mehr Arbeitnehmer (63 %) unabhängig von familiären Verpflichtungen eine bessere Work-Life-Balance (s. Befragung des BMAS, Mobiles und entgrenztes Arbeiten 2015, S. 17).

Nicht nur Großunternehmen, sondern auch viele Unternehmen des Mittelstandes bieten hierfür ein wachsendes Repertoire an Flexibilisierungsmodellen an: Gleitzeit, Vertrauensarbeitszeit, Arbeitszeitkonten (s. § 21 Rdn 296 ff.), Jobsharing (s. § 17 Rdn 125 ff.), Teilzeitarbeit (§ 21 Rdn 1478 ff.), Sonderurlaub/Sabbaticals; die Liste der Arbeitszeitflexibilisierungsmodelle ist lang. Auch die Möglichkeiten des "Home Office" (Telearbeit oder mobile Arbeit) werden bei passenden Tätigkeiten immer öfter angeboten und tragen ebenfalls zur zunehmenden Arbeitszeitflexibilisierung bei (dazu unter § 81 Rdn 2 ff.).

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