§ 8 ABC der Forderungspfändung / A. Einleitung
 

Rz. 1125

Nach der Erbeinsetzung und dem Pflichtteilsrecht stellt die Anordnung eines Vermächtnisses in einer letztwilligen Verfügung die wohl wichtigste erbrechtliche Vermögensverschiebung dar. Ist der Schuldner Vermächtnisnehmer, so findet der Gläubiger hier ein wichtiges Zugriffsobjekt in der Zwangsvollstreckung.

 

Rz. 1126

Anders als etwa beim Erb- oder Pflichtteilsanspruch kann der Anspruch aber auf ganz unterschiedliche Zugriffsobjekte gerichtet sein. So kann es sich sowohl um den Anspruch auf eine Geldzuwendung als auch um den Anspruch auf einen beweglichen Gegenstand oder ein Grundstück, d.h. eine Immobilie handeln. Letztlich ist nicht ausgeschlossen, dass dem Schuldner als Vermächtnisnehmer ein Wahlrecht hinsichtlich verschiedener Zugriffsobjekte zusteht. Der Gläubiger muss auf die verschiedenen Fallgestaltungen sachgerecht reagieren.

 

Rz. 1127

 

Hinweis

Ob dem Schuldner ein Vermächtnis zugewandt wurde, hat der Schuldner im Rahmen seines Vermögensverzeichnisses im Verfahren zur Abnahme der Vermögensauskunft anzugeben. Anlass für eine Pfändung solcher Ansprüche kann es aber auch geben, wenn dem Gläubiger durch eine entsprechende Recherche, insbesondere auch die Auswertung der örtlichen Presse, bekannt wird, dass ein Verwandter oder eine ihm sonst nahe stehende Person verstorben ist. Auskünfte können hier im Personenstandsregister nach § 62 PStG erfragt werden oder durch die nach §§ 13, 357 FamFG mögliche Einsicht in die Nachlassakte erlangt werden (zu Maßnahmen der Informationsbeschaffung siehe § 1).

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