§ 8 ABC der Forderungspfändung / 4. Muster: Formular zur Berechnung des pfändbaren Einkommens bei Vollstreckung von Unterhaltsansprüchen
 

Rz. 106

Muster 8.6: Berücksichtigung weiterer Unterhaltsberechtigter

 

Muster 8.6: Berücksichtigung weiterer Unterhaltsberechtigter

Auszugehen ist bei der Berechnung von dem monatlichen Bruttoeinkommen:

_________________________ EUR

 
_________________________ EUR zuzüglich des Wertes eventueller Sachleistungen, § 850e Nr. 1, 3 ZPO
_________________________ EUR Zwischensumme

Davon sind abzuziehen nach § 850d Nr. 1 S. 1 ZPO i.V.m. § 850a ZPO (Bruttobeträge):

 
_________________________ EUR ein Viertel der für die Leistung von Mehrarbeit gezahlten Einkommensteile (Bruttobetrag),
_________________________ EUR Urlaubsgeld (Bruttobetrag) zur Hälfte
_________________________ EUR Treuegelder (Bruttobetrag) zur Hälfte
_________________________ EUR Jubiläumszuwendungen (Bruttobetrag) zur Hälfte
_________________________ EUR Aufwandsentschädigungen, Auslösungen und sonstige soziale Zulagen für auswärtige Beschäftigungen (Bruttobetrag)
_________________________ EUR Gefahrenzulagen, Schmutz- und Erschwerniszulagen (Bruttobetrag)
_________________________ EUR Weihnachtsvergütung bis zu einem Viertel des monatlichen Bruttobetrags, höchstens 250 EUR
_________________________ EUR Heirats- und Geburtenbeihilfen
_________________________ EUR Erziehungsgelder
_________________________ EUR Zwischensumme

Weiter abzuziehen sind nach § 850e Nr. 1 ZPO:

 
_________________________ EUR Lohnsteuer
_________________________ EUR Kirchensteuer
_________________________ EUR Sozialversicherungsbeiträge
_________________________ EUR Beiträge zur privaten Krankenversicherung
_________________________ EUR vermögenswirksam angelegte Einkommensteile
_________________________ EUR Nettoeinkommen
_________________________ Anzahl der Unterhaltsberechtigten
_________________________ EUR Pfändungsbetrag nach der Tabelle zu § 850c ZPO
_________________________ EUR verbleiben demnach für den Schuldner
 

Rz. 107

 

Beispiel

Der ledige und kinderlose Schuldner S hat im Monat Dezember ein Bruttoeinkommen von 3.800,00 EUR, davon sind 300,00 EUR Entgelte für Mehrarbeit und 1.100,00 EUR Weihnachtsgeld. Das für einen bevorrechtigten Gläubiger pfändbare Einkommen beträgt:

 
3.800,00 EUR Bruttoeinkommen abzüglich
75,00 EUR 1/4 von 300,00 EUR Bruttomehrarbeitsvergütung (§§ 850a Nr. 1, 850d Abs. 1 S. 2 ZPO)
250,00 EUR bis zu ein Viertel des Weihnachtsgeldes, höchstens 250,00 EUR (§§ 850a Nr. 4, 850d Abs. 1 S. 2 ZPO)
3.475,00 EUR Zwischensumme vor Steuern und Sozialabgaben (§ 850e Nr. 1 ZPO)
1.140,00 EUR 30 % aus Gesamtbrutto an Steuern und Sozialabgaben (geschätzt)
2.335,00 EUR maßgebliches Nettoeinkommen.

Daraus ermittelt sich ein pfändbarer Betrag von 879,28 EUR (der gewöhnliche Gläubiger kann demgegenüber nur 655,28 EUR pfänden, siehe oben Rn 90).

 

Rz. 108

Durch einen Antrag nach § 850d ZPO kann der Gläubiger auf weitere Beträge zugreifen, wenn das Vollstreckungsgericht seinem Antrag insoweit stattgibt (Muster vgl. Rn 106).

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