§ 4 Arbeitsrecht / 5. Muster: Ausführlicher Arbeitsvertrag für einen Angestellten
 

Rz. 107

Muster 4.8: Ausführlicher Arbeitsvertrag für einen Angestellten

 

Muster 4.8: Ausführlicher Arbeitsvertrag für einen Angestellten

Anstellungsvertrag

zwischen der Firma xy-GmbH, _________________________ (Bezeichnung des Arbeitgebers, Name und Vorname der Vertretungsberechtigten, Adresse)

und

Frau/Herrn _________________________ (Vorname, Nachname, Adresse)

wird nachfolgender Arbeitsvertrag geschlossen.

§ 1 Beginn des Arbeitsverhältnisses, befristetes Probearbeitsverhältnis

1. Das Arbeitsverhältnis beginnt am _________________________. Vor seinem Beginn ist die ordentliche Kündigung ausgeschlossen.
2. Der Vertrag wird für die Dauer von sechs Monaten als befristetes Probearbeitsverhältnis abgeschlossen. Das Arbeitsverhältnis endet mit Ablauf der Probezeit, wenn nicht zuvor schriftlich die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses vereinbart wird.
3. Das Probearbeitsverhältnis kann mit einer Frist von einem Monat zum Monatsende gekündigt werden.
4. Beide Parteien haben das Recht zur fristlosen Kündigung aus wichtigem Grund.

§ 2 Tätigkeit

1. Frau/Herr _________________________ wird eingestellt als _________________________ in der Abteilung _________________________.
2. Die Firma behält sich gem. § 106 GewO vor, Frau/Herrn _________________________ unter angemessener Berücksichtigung ihrer/seiner Interessen eine andere, ihren/seinen Fähigkeiten und Kenntnissen entsprechende gleichwertige, gleich bezahlte und zumutbare Tätigkeit zuzuweisen, wenn dies aus betrieblichen oder in ihrer/seiner Person oder in ihrem/seinem Verhalten liegenden Gründen geboten erscheint.
3. Arbeitsort ist im Werk _________________________. Die Firma ist berechtigt, Frau/ Herrn _________________________ bei ansonsten unveränderten Arbeitsbedingungen auch an einem anderen Arbeitsort einzusetzen, wenn dies aus betrieblichen oder in ihrer/seiner Person oder in ihrem/seinem Verhalten liegenden Gründen geboten erscheint. Dabei sind gem. § 106 GewO ihre/seine Interessen angemessen zu berücksichtigen.
4. Frau/Herr _________________________ verpflichtet sich, die ihr/ihm übertragenen Aufgaben gewissenhaft und sorgfältig zu erfüllen, stets die Interessen der Firma zu wahren und ihre/seine volle Arbeitskraft einzusetzen.

§ 3 Arbeitszeit

1. Die durchschnittliche regelmäßige Arbeitszeit beträgt 38,5 Stunden wöchentlich. Berechnungsgrundlage ist ein Zeitraum von acht Wochen. Die Firma ist berechtigt, die regelmäßige Arbeitszeit bei Bedarf nach den betrieblichen Erfordernissen mit einer Ankündigungsfrist von zwei Wochen um bis zu 25 % der vereinbarten Arbeitszeit zu erhöhen (alternativ: um bis zu 20 % herabzusetzen). Die Vergütung wird entsprechend angepasst.
2. Die Arbeit verteilt sich nach näherer Festlegung des Arbeitgebers auf regelmäßig fünf Tage/Woche. Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit sowie die Verteilung der Arbeitstage auf die Wochentage werden durch den Arbeitgeber gem. § 106 GewO unter Berücksichtigung der Interessen der Arbeitnehmerin/des Arbeitnehmers festgelegt. (alternativ: Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit und der Pausen ist durch die betriebliche Arbeitszeitordnung sowie durch die Betriebsvereinbarung über die Gleitzeit geregelt.)
3. Frau/Herr _________________________ verpflichtet sich grundsätzlich zur Ableistung von Überstunden. Überstunden in diesem Sinne liegen nur dann vor, wenn diese in jedem Einzelfall durch einen weisungsberechtigten Vorgesetzten aus betrieblichen Gründen ausdrücklich angeordnet und abgeleistet worden sind. Eine solche Anweisung kann im Einzelfall oder im Rahmen der betrieblichen Planung (z.B. im Rahmen der Schichtplanung) erfolgen. Die Abgeltung von Überstunden erfolgt nach Wahl des Arbeitgebers in Freizeit oder Geld. Sofern das Führen eines Arbeitszeitkontos durch den Arbeitgeber angewiesen wird oder betrieblich vereinbart ist, sind Überstunden in das Arbeitszeitkonto einzubringen.

§ 4 Vergütung

1. Frau/Herr _________________________ erhält ein monatliches Bruttogehalt in Höhe von _________________________ EUR, fällig jeweils mit Ablauf des Monats.
2. Die Firma gewährt Frau/Herrn _________________________ vermögenswirksame Leistungen nach dem Vermögensbildungsgesetz in der jeweils geltenden Fassung.
3. Die Zahlung der Vergütung erfolgt auf ein von Frau/Herrn _________________________ binnen zwei Wochen nach Arbeitsbeginn anzugebendes Konto.

§ 5 Gratifikation

1. Es besteht kein Anspruch auf eine Gratifikation.
2. Die Zahlung einer Gratifikation bleibt der Ermessensentscheidung des Arbeitgebers vorbehalten. Sie ist eine freiwillige Leistung, die keinen Rechtsanspruch begründet, auch wenn die Zahlung wiederholt ohne ausdrücklichen Vorbehalt der Freiwilligkeit erfolgen sollte.
3.

Die Gratifikation dient stets und ausschließlich dem Anreiz zukünftiger Betriebstreue. Die Zahlung einer Gratifikation setzt eine Vertragsdauer von mindestens sechs Monaten voraus. Der Anspruch auf die Gratifikation besteht nicht, wenn das Arbeitsverhältnis im Auszahlungszeitpunkt gekündigt ist oder ein Aufhebungsvertrag vorlie...

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