Rz. 46

Hat der Erblasser in einer gesamthänderisch organisierten Güter- oder Errungenschaftsgemeinschaft (deutschen oder ausländischen Rechts) gelebt, so stellt sich die Frage, ob die Rechtswahl auch das der gesamthänderischen Bindung unterliegende Vermögen erfasst. Da in der Ehe anders als in einer Personengesellschaft mit dem Versterben eines Teils diese zwingend beendet ist, steht hier nicht mehr der Anteil an der Gütergemeinschaft sondern das zur Auseinandersetzung anstehende Gesamtgut im Vordergrund. Dies gilt umso mehr als viele ausländische Rechtsordnungen eine fortgesetzte Gütergemeinschaft nicht kennen, mit dem Tod des Erblassers daher auch die Gesamthand beendet ist. Daher sollte der Anteil des verstorbenen Ehegatten an zur Gütergemeinschaft belegenen Immobilien als unbewegliches Vermögen behandelt werden.[49]

[49] So z.B. Schurig, IPRax 1990, 389, 391; Soergel/Schurig, Art. 25 EGBGB Rn 4; anderer Ansatz bei Staudinger/Dörner, Art. 25 EGBGB Rn 485: nur dann unbeweglich, "wenn die Gütergemeinschaft ganz oder nahezu ausschließlich aus inländischen Grundstücken besteht". Er hält also anders als Schurig an der einheitlichen Vererbung des Anteils am Gesamtgut fest. Für Qualifikation als "beweglich": Riering, ZEV 1995, 405; Bamberger/Roth/Lorenz, BGB, 3. Aufl. 2012, Art. 25 EGBGB Rn 20.

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