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Auch die Qualifikation von Gesamthandsanteilen war lange Zeit umstritten. Ein Teil der Lehre qualifizierte den Anteil an einer Personengesellschaft oder Erbengemeinschaft als unbeweglich, wenn sie ausschließlich oder weit überwiegend inländischen Grundbesitz enthält.[46] Nach überwiegender Auffassung steht hier aber die Beteiligung an der Gesellschaft und nicht das Vermögen im Vordergrund, so dass eine Qualifikation als bewegliches Vermögen unumgänglich sei.[47] Für die Erbengemeinschaft hat der BGH diese Ansicht bestätigt.[48] Damit ist wohl auch der Anteil an einer Personengesellschaft stets als beweglich zu qualifizieren.

[46] Dörner, DNotZ 1988, 67, 97; Krzywon, BWNotZ 1986, 154, 155; Pünder, MittRhNotK 1989, 4; Staudinger/Dörner, Art. 25 EGBGB Rn 485; Erman/Hohloch, Art. 25 EGBGB Rn 18.
[47] MüKo/Birk, Art. 25 EGBGB Rn 67; Kropholler, Internationales Privatrecht, S. 356; Schotten, Internationales Privatrecht, Rn 162.
[48] BGH ZErb 2001, 93 m. Anm. Süß; auch wenn die Entscheidung § 25 Abs. 3 RAG-DDR betraf, ließen die Urteilsgründe erkennen, dass der BGH insoweit keine Unterscheidung zu Art. 25 Abs. 2 EGBGB zu machen gedenkt.

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