Rz. 144

Für Beteiligungen an vermögensverwaltenden Personengesellschaften stellt § 10 Abs. 1 S. 4 ErbStG i.d.F. des Erbschaftsteuergesetzes 2009 klar: "Der unmittelbare oder mittelbare Erwerb einer Beteiligung an einer Personengesellschaft oder einer anderen Gesamthandsgemeinschaft, die nicht unter § 97 Abs. 1 S. 1 Nr. 5 des Bewertungsgesetzes fällt, gilt als Erwerb der anteiligen Wirtschaftsgüter; die dabei übergehenden Schulden und Lasten der Gesellschaft sind bei der Ermittlung der Bereicherung des Erwerbers wie eine Gegenleistung zu behandeln."

 

Rz. 145

Insoweit geht es vor allem um fremdfinanzierte Erwerbe von Beteiligungen an vermögensverwaltenden Personengesellschaften, u.a. von Fondsanteilen oder ungeteilten Erbengemeinschaften. Schon nach altem Recht wurden die beim Erwerb übernommenen Fremdverbindlichkeiten (die z.B. aufgrund einer Kreditfinanzierung des Anteilserwerbs herstammen), als anteilige Schulden des anteiligen Vermögensgegenstandes, z.B. des durch die Beteiligung vermittelten Grundstücksanteils, hier anteilig abgezogen. Dies gilt auch nach aktuellem Recht. Die anteiligen Gesellschaftsschulden stellen beim Erwerb von Todes wegen Nachlassverbindlichkeiten dar.[159] Beim Erwerb unter Lebenden sind die Grundsätze der gemischten Schenkung anzuwenden.[160]

[159] R E 10.4 Abs. 2 S. 4 ErbStR 2011.
[160] R E 10.4 Abs. 2 S. 5 und 6 ErbStR 2011.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Deutsches Anwalt Office Premium. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Deutsches Anwalt Office Premium 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge