§ 23 Kapitalanlagerecht / VIII. Muster: Ombudsmannbeschwerde
 

Rz. 19

Muster 23.3: Ombudsmannbeschwerde

 

Muster 23.3: Ombudsmannbeschwerde

Vorab per Telefax

Bundesverband deutscher Banken e.V.

Kundenbeschwerdestelle

– Ombudsfrau/Ombudsmann –

Burgstraße 28

10178 Berlin

Telefax-Nr.: 030 1663–3169

Anzahl der Seiten: _________________________

Beschwerde

der Frau _________________________,

– Beschwerdeführerin –

Verfahrensbevollmächtigte: Rechtsanwälte _________________________

gegen

die _________________________-Bank, _________________________, vertreten durch _________________________

– Beschwerdegegnerin –

wegen: fehlerhafter Anlageberatung

Namens und mit Vollmacht der Beschwerdeführerin erheben wir Beschwerde und beantragen:

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet.

1.) an die Beschwerdeführerin einen Geldbetrag in Höhe von 5.000,00 EUR nebst Zinsen in Höhe von 4 Prozentpunkten seit dem 18.12.2007 sowie
2.) weitere_________________________ EUR für die bereits erbrachten Rechtsverfolgungskosten

Zug-um-Zug gegen Übertragung der am 18.12.2007 gezeichneten, von der E-GmbH emittierten, 5 Z-Zertifikate (WKN: ZZZ/ ISIN: ZZZ) zu zahlen.

Zum Nachweis unserer Legitimation übersenden wir die auf uns lautende Vollmacht als

Anlage Bf. 1.

Begründung

A. Sachverhalt

Die Beschwerdeführerin hat aufgrund der Anlageberatung des ehemaligen Anlageberaters der Beschwerdegegnerin, Herrn _________________________, am 18.12.2007 insgesamt 5 Stück des "Z-Zertifikats" (WKN: ZZZ/ ISIN: ZZZ) zu einem Stückpreis von je 1.000,00 EUR gezeichnet. Die Order wurde seitens der Beschwerdegegnerin am _________________________ ausgeführt.

 
Beweis: Ablichtung der Effektenabrechnung vom _________________________, Rechnungs-Nr.: _________________________ (Anlage Bf. 2)

Der Betrag ist infolge der Insolvenz der Emittentin sowie deren Garantiegeberin als verloren zu betrachten, da diese Papiere weder börslich noch außerbörslich gehandelt werden und somit wertlos sind. Die Höhe der Insolvenzquote ist bislang nicht bekannt, weshalb zum derzeitigen Zeitpunkt von einem Totalverlust des Investments auszugehen ist.

Die Beschwerdeführerin war bereits zum Zeichnungszeitpunkt seit mehreren Jahren Kundin der Beschwerdegegnerin und wurde dort auch seit längerer Zeit von ihrem damaligen Anlageberater betreut, weshalb die Beschwerdeführerin jeweils den Empfehlungen des Beraters vertraute.

Die sicherheitsbedachte Anlagestrategie war sowohl dem Anlageberater als auch der Beschwerdegegnerin bekannt. Hintergrund für die risikoaverse Anlagestrategie war, dass ein Teil- bis hin zu einem Totalverlustrisiko weder mit ihrem Anlageziel nach einer sicheren Kapitalanlage, noch der Risikotragfähigkeit der Beschwerdeführerin entsprach.

Die Beschwerdeführerin wurde nicht über die von der Beschwerdegegnerin vereinnahmte Rückvergütung, sog. "kick-back", aufgeklärt. Die Beschwerdegegnerin erhielt für ihre Tätigkeit von dritter Seite eine Rückvergütung in Höhe von insgesamt 5 % der Zeichnungssumme. Dies war der Beschwerdeführerin zum Zeichnungszeitpunkt nicht bekannt.

 
Beweis: Ablichtung der Erklärung des ehemaligen Anlageberaters, Herrn _________________________, _________________________ (Anlage Bf. 3)

Der schriftlichen Stellungnahme des Anlageberaters _________________________ ist zu entnehmen, dass er die Beschwerdeführerin weder dem Grunde, noch der Höhe nach über die von der Bank vereinnahmten Rückvergütungen/Provisionen aufklärte.

Die Beschwerdeführerin wandte sich mit Schreiben vom _________________________ an die Beschwerdegegnerin und forderte diese unter Fristsetzung bis zum _________________________ auf, die Z-Zertifikate gegen Zahlung von 5.000,00 EUR zurückzunehmen. Dies lehnte die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom _________________________ ab.

 
Beweis: 1. Ablichtung des Schreibens der Beschwerdeführerin vom _________________________ (Anlage Bf. 4)
  2. Ablichtung des Schreibens der Beschwerdegegnerin vom _________________________ (Anlage Bf. 5)

Nachdem eine einvernehmliche Regulierung in der Angelegenheit nicht herbeigeführt werden konnte, sieht sich die Beschwerdeführerin nunmehr genötigt, die Beschwerde einzureichen, um eine einvernehmliche Regulierung des Schadens mit Hilfe der Ombudsfrau/des Ombudsmannes herbeizuführen und somit eine weitere Belastung der seit Jahren bestehenden Geschäftsbeziehung zu vermeiden. Eine einvernehmliche Einigung dürfte auch im wohlverstandenen Interesse der Beschwerdegegnerin liegen, da durch eine solche einvernehmliche Streitbeilegung die durch den Schadensfall irritierte Kundenbeziehung wieder gestärkt werden könnte.

B. Rechtliche Würdigung

Die Beschwerdegegnerin hat ihre Aufklärungs- und Hinweispflichten aus § 311 Abs. 2 BGB gem. § 280 Abs. 1 BGB verletzt, so dass der Beschwerdeführerin hieraus die im Antrag bezeichneten Schadensersatzansprüche zustehen.

I. Anlageberatungsvertrag

Zwischen den Parteien kam aufgrund des Gesprächs zwischen der Beschwerdeführerin und dem damaligen Anlageberater der Beschwerdegegnerin ein Anlageberatungsvertrag zustande, welcher der Beschwerdegegnerin gem. § 278 BGB zuzurechnen ist. Bereits seit ...

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