Rz. 158

Die individuellen Wünsche zur Ausgestaltung des Betreuungsverhältnisses können sich auf alle der Betreuung unterliegende Lebensbereiche beziehen. Inhaltlich wird der Verfügende hier insbesondere anstreben, seine bisherigen Lebensgewohnheiten auch für den Fall einer erforderlich werdenden Betreuung soweit als möglich weiterführen zu können. Da aber weder Eintritt, Umfang und Dauer der Betreuung sowie die tatsächlichen Verhältnisse vorhersehbar sind, sind konkrete Ausgestaltungen einer Betreuungsverfügung im Einzelfall schwierig. Wurden einzelne Regelungen zu eng gefasst, stellt sich bei geänderten Umständen die Frage, ob der Betreute auch für diese Situation eine Anweisung an den Betreuer erteilen wollte. Bleiben die geäußerten Wünsche vage und allgemein gehalten, so ist der konkrete Wille zu ermitteln.[140]

 

Rz. 159

Neben Regelungen über die Vermögensverwaltung kommen hier insbesondere auch Regelungen zu der Einwilligung und dem Versagen von Heilbehandlungen nach § 1904 BGB, Entscheidungen über die Unterbringung nach § 1906 Abs. 1 BGB, Entscheidungen über freiheitsentziehende oder -beschränkende Maßnahmen nach § 1906 Abs. 4 BGB sowie auch Regelungen zur Aufenthalts- und Umgangsbestimmung in Betracht.

 

Rz. 160

Eine Befreiung des Betreuers von den gesetzlichen Beschränkungen, insbesondere von der Kontrolle durch das Betreuungsgericht, sowie von der Genehmigungsbedürftigkeit bestimmter Angelegenheiten ist nicht möglich. Insoweit handelt es sich um zwingendes Recht.

[140] Perau, MittRhNotK 1996, 288; Epple, BWNotZ 1992, 27 f.

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